Das US-amerikanische "Dream Team" mit "Magic" Johnson (r.) und Charles Barkley (2.v.r.) an der Spitze bei der Basketball-Siegerehrung © picture-alliance / dpa

Olympia-Geschichte

Von einer anderen Basketball-Welt: Das "Dream Team"

Im Basketball ist die zuvor geltende Amateur-Regel des Internationalen Olympischen Komitees vor den Spielen in Barcelona aufgehoben worden. Das gibt den USA die Chance, nicht mehr nur talentierte College-Boys in einem gemeinsamen Nationalteam an den Start zu bringen, sondern gleich die komplette Elite der Profi-Basketballer. Es ist die wohl größte Ansammlung von Superstars in der Geschichte des Sports: Legenden der Achtzigerjahre wie "Magic" Johnson und Larry Bird spielen mit den Stars der nächsten Generation um Charles Barkley und Michael Jordan zusammen. "Dream Team" nennen sie die um Superlative nie verlegenen US-Medien.

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"Mit Rockstars auf Tour"

Tatsächlich macht die Truppe von US-Coach Chuck Daly ihrem Namen alle Ehre. Schon das Auftaktspiel gegen Angola endet 116:48. Die Angolaner, so scheint es, konzentrieren sich mehr darauf, Fotos mit ihren berühmten Gegnern schießen zu lassen als Punkte zu machen. Die US-Stars haben viel Spaß in Barcelona, wachsen als Mannschaft zusammen. Gegen spanische Polizisten, die zu ihrer Sicherheit aufgeboten sind, bestreiten sie aus Dankbarkeit ein medienwirksames Trainingsspiel. "Als sei man mit zwölf Rockstars auf Tour", beschreibt Trainer Daly den Rummel ein wenig genervt.

117 Punkte pro Spiel im Schnitt

Unter dem Korb haben die Gegner keine Chance. "Hoffentlich werden wir nicht massakriert", orakelt Deutschlands NBA-Star Detlef Schrempf vor der Begegnung gegen Jordan und Co. Aber seine Befürchtungen bewahrheiten sich: Das deutsche Team verliert 68:111. In acht Matches holt das "Dream Team" einen Schnitt von 117 Punkten; eine eigene Auszeit benötigt es nie. "Man sollte ihnen gleich die Goldmedaille geben", lautet der Kommentar des Kroaten Dino Radja. Allein sein Team kann im Finale anfangs noch mithalten, es zwingt den US-Boys nach elf Minuten den ersten und einzigen Rückstand im ganzen Turnier auf. Am Ende geht Gold aber erwartungsgemäß an die Amerikaner (117:85) , deren Werbeeinnahmen durch die Olympia-Teilnahme sich auf geschätzte 30 Millionen Dollar belaufen.

2002 - Der Mythos ist zerstört

Der Auftritt der US-Profis in Barcelona bewirkt einen weltweiten Popularitätsschub für den Basketball und insbesondere die nordamerikanische Profiliga NBA. Seinen Namen behält das zehn Jahre ungeschlagene Team auch bei wechselnder Besetzung noch bei, allerdings mit fortlaufender Nummerierung. Mit dem enttäuschenden sechsten Platz bei der WM 2002 im eigenen Land ist der Mythos "Dream Team" dann zerstört. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen reicht es für die Nachfolger von "His Airness" & Co. nach dreimal Gold in Folge "nur" noch zur Bronzemedaille.

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Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr