06:04 min | 15.03.2020

Corona-Krise: Was wird aus Olympia in Tokio?

Was wird in Zeiten der Corona-Krise aus den Olympischen Spielen in Tokio? Eine Absage würde der angeschlagenen Wirtschaft Japans erheblichen Schaden zufügen. Das IOC ist angeblich vorbereitet.

Coronavirus

Corona-Krise: IOC berät via Telefonschalten

Das Internationale Olympische Komitee spielt bei der Entscheidung über Olympia auf Zeit. Am Dienstag und Mittwoch will die Exekutive in Telefonkonferenzen über das weitere Vorgehen beraten.

Das IOC überdenkt angesichts der der Corona-Pandemie offenbar sein Krisen-Management. Die IOC-Exekutive berät am Dienstag (17.3.2020) und Mittwoch (18.3.2020) in mehreren Telefonschalten über das weitere Vorgehen in der globalen Krise. Dabei werden die Spitzenfunktionäre des IOC den "Informationsaustausch mit Athletenvertretern, Nationalen Olympischen Komitees und internationalen Verbänden vorbereiten", wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Zentrales Thema dieser Beratungen dürften die Olympischen Spiele in Tokio sein, die am 24. Juli eröffnet werden sollen. Eine Entscheidung über eine Verschiebung oder Absage der Sommerspiele ist jedoch nicht zu erwarten.

Schwerpunkt: Olympia-Qualifikation

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP erfahren, dass ein Informationsaustausch mit Verbänden und Athleten geplant sein soll. Es solle vor allem um die vielen ausgefallenen Olympia-Qualifikationen gehen. Sportler wie der deutsche Athletensprecher Max Hartung hatten mangelnde Kommunikation der Verbände mit den Sportlern kritisiert.

Bach: "Qualifikationssysteme gefährdet"

In den ARD-Tagesthemen am vergangenen Donnerstag hatte IOC-Präsident Bach "ernsthafte Probleme mit den Qualifikations-Wettbewerben" eingeräumt: "In einigen Verbänden und Sportarten sind die Qualifikationssysteme gefährdet, hier werden wir sehr flexibel reagieren müssen", sagte Bach. Derzeit seien erst etwa 50 Prozent der 11.000 avisierten Olympia-Teilnehmer qualifiziert.

Grundsätzlich halte er trotz aller Probleme am Zeitplan fest, sagte Bach in der ARD: "Wir arbeiten mit vollem Engagement auf den Erfolg der Olympischen Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin. Das sind viereinhalb Monate und wir werden die Zeit entsprechend nutzen, um die Spiele zum Erfolg zu führen."

Hörmann: Entscheidung in einigen Wochen

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sagte, er setze in der Corona-Krise voll und ganz auf die Kompetenz des IOC: "Spekulationen helfen uns dazu nicht weiter, sondern wir sollten in vollem Umfang auf das IOC vertrauen, das sehr eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeitet. Letztlich werde "in einigen Wochen eine klare Entscheidung zu treffen sein".

Dass zahlreiche Qualifikationswettkämpfe derzeit nicht stattfinden können, hält Hörmann für eine Nebensächlichkeit. Sowohl DOSB als auch IOC seien hier flexibel. "Das ist sicher die derzeit kleinste Sorge, die uns beschäftigt", fügte der Funktionär an.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 16.03.20 14:38 Uhr