Ein Kameramann filmt die Olympischen Ringe und die japanische Flagge. © imago images / AFLOSPORT

Gesundheit

Coronavirus und Olympia in Tokio: Fragen und Antworten

In der Coronavirus-Krise mehren sich die Fragen zu den Olympischen Spielen in Tokio. Kann das Festival des Weltsports wie geplant vom 24. Juli bis zum 9. August stattfinden? Welche Folgen hätte eine Absage? Gäbe es Alternativen?

Wie stark ist Japan vom Ausbruch des Coronavirus betroffen?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde in Japan bislang 1.046 das Sars-CoV-2-Virus nachgewiesen. Es gab 36 auf das Virus zurückzuführende Todesfälle (Stand: 22.03.2020). Dazu kommen 712 Menschen, die sich auf einem im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiff infiziert hatten.

Welche Maßnahmen trifft Japan im Sport?

Die Fußballspiele in der J-League wurden vorerst ausgesetzt, der Start der nationalen Baseball-Profiliga auf April verschoben. Beim Tokio-Marathon (1.3.2020) gingen statt 38.000 Teilnehmern nur 200 Elite-Läufer an den Start. Die Organisatoren des olympischen Fackellaufs, der am 26. März in Fukushima starten soll, haben die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die Zahl der Zuschauer soll auf ein Minimum begrenzt werden.

Wie ist die Lage im Welt-Sport?

Die Corona-Pandemie hat auf der ganzen Welt Auswirkungen auf den Sport. Profiligen haben ihren Spielbetrieb unterbrochen oder beendet, Großereignisse wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. In den olympischen Sportarten gibt es massive Termin-Probleme bei den Qualifikationen.

Wie viele Menschen werden zu den Olympischen Spielen erwartet?

Am weltgrößten Sportevent wollen 11.000 Sportler teilnehmen. Japan rechnet zudem mit etwa zwei Millionen Besuchern aus aller Welt. Zu den Paralympics (25. August bis 6. September) sollen noch einmal etwa 4.400 Sportler ins Land kommen.

Wann wurden zuletzt Olympische Spiele abgesagt?

1944 während des Zweiten Weltkrieges. Das als Ausrichter vorgesehene London organisierte vier Jahre später die ersten Nachkriegsspiele. Der Krieg hatte das Internationale Olympische Komitee bereits zur Absage der Olympischen Spiele 1940 gezwungen. Die Sommerspiele sollten damals in Tokio abgehalten werden, doch wegen des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges gab das Land die Spiele 1938 ans IOC zurück. Helsinki sprang als neuer Austragungsort ein. Gut zwei Monate vor dem geplanten Beginn stoppte das IOC die Vorbereitungen wegen des Zweiten Weltkriegs.

Was sagt das IOC?

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) spielt noch auf Zeit, allerdings wird der Druck größer. Lange Zeit reagierte das IOC nicht, nun soll bis Ende April eine Entscheidung fallen, ob Olympia verschoben wird.

Diskutiert würden wohl drei Szenarien: Eine Verschiebung in den Herbst dieses Jahres, oder eine Verlegung in den Sommer 2021 oder 2022.

Welche finanziellen Folgen hätte eine Absage der Spiele in diesem Jahr?

Laut IOC-Mitglied John Coates, der zum Koordinierungsteam für die Spiele in Tokio gehört, würde eine Absage das IOC nicht in den Ruin treiben. "Die Spiele werden nicht abgesagt", sagte das australische Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees dem "Sydney Morning Herald" am Mittwoch (26.2.2020). "Aber wenn die Spiele abgesagt werden, ist das IOC in der Lage, den Mitgliedersport und die NOCs (die Nationalen Olympischen Komitees) weiter zu finanzieren." Dem Bericht zufolge verfügt das IOC über einen Notfallfonds von umgerechnet 830 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 23.03.20 10:38 Uhr