Blick vom Nationalstadion auf Tokios Innenstadt. © picture alliance Foto: olympia6856

Chronik

Olympia in Tokio: Von der Vergabe zur Verschiebung

Vor fast sieben Jahren erhielt Tokio den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020. Doch in diesem Jahr wird Olympia nicht stattfinden. Die Spiele wurden auf 2021 verschoben. Eine Chronologie von der Vergabe bis zur Verschiebung.

7. September 2013:

Tokio bekommt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) den Zuschlag für die Spiele 2020. Die japanische Hauptstadt setzt sich in der Abstimmung gegen Istanbul und Madrid durch.

Juni 2015:

Die Kosten für das Olympiastadion explodieren. Mittlerweile gehen Schätzungen von Kosten in Höhe von zwei Milliarden Euro aus. Dabei ist der Bau einer spektakulären Dachkonstuktion noch nicht einmal eingerechnet. Ministerpräsident Abe zieht die Reißleine und ordnet eine Neu-Planung an.

Mai 2016:

Es wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Paris im Zuge ihrer Korruptionsermittlungen gegen den ehemaligen Chef des Leichtathletik-Weltverbands, Lamine Diack, und dessen Sohn auf verdächtige Zahlungen im Zuge der Olympia-Vergabe an Tokio gestoßen sei. Das Organisationskomitee der Spiele weist die Vorwürfe zurück.

Januar 2019:

In Frankreich werden Ermittlungen gegen Tsunekazu Takeda, den Präsidenten des Japanischen Olympischen Komitees, wegen aktiver Korruption bei der Vergabe der Spiele 2020 an Tokio eingeleitet. Takeda kündigt daraufhin seinen Rückzug zum Juni desselben Jahres an.

15. Dezember 2019:

Nach drei Jahren Bauzeit wird das Olympiastadion in Tokio, das neue Nationalstadion Japans, offiziell eingeweiht.

4. März 2020:

Obwohl die Corona-Krise weltweit immer schwerwiegender wird, denkt das IOC nicht an Konsequenzen. Über eine Verschiebung sei bei einer IOC-Exekutivsitzung in Lausanne nicht einmal diskutiert worden, so Präsident Thomas Bach.

17. März 2020:

Mittlerweile steht weltweit fast der gesamte Profi-Sportbetrieb still. Trotzdem hält das IOC weiter an seiner Linie fest. "Das IOC bleibt den Olympischen Spielen Tokio 2020 uneingeschränkt verpflichtet", heißt es nach einer Telefonkonferenz des Exekutivkomitees. Eine Verlegung stünde weiter nicht zur Debatte. "Es sind keine drastischen Entscheidungen notwendig", so die Aussage.

22. März 2020:

Nachdem der Druck von Sportlern und Verbänden immer größer geworden war, ändert das IOC seinen Standpunkt. Innerhalb der nächsten vier Wochen soll eine Entscheidung fallen, ob Olympia wie geplant stattfinden kann. Erstmals erwähnt das IOC, dass eine Verschiebung möglich sei.

23. März 2020:

Als erstes IOC-Mitglied äußert Hayley Wickenheiser öffentlich Kritik an der Hinhalte-Taktik. "Ich denke, dass das IOC mit einer solchen Überzeugung darauf besteht, dass es weitergeht, ist unverantwortlich und gefühllos", sagt die Kanadierin. Zahlreiche Sportler und Verbände schließen sich in den kommenden Tagen ihrer Kritik an und fordern eine Verlegung der Tokio-Spiele.

24. März 2020:

Das IOC gibt bekannt, dass die Spiele in Tokio um ein Jahr auf 2021 verschoben werden. Davon sind auch die Paralympics betroffen. Als neuer Olympia-Termin wird wenig später 23. Juli bis 8. August 2021 festgelegt. Die Paralympics werden vom 24. August bis 5. September des kommenden Jahres ausgetragen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 25.03.20 08:19 Uhr