Symbolbild mit den Olympischen Ringen und der japanischen Flagge. © picture alliance/Morio Taga/Jiji Press Photo/dpa Foto: Morio Taga

Coronavirus

Olympia trotz Corona-Krise? - Japan und IOC entschlossen

Japan und das IOC beharren trotz Corona-Pandemie auf der Austragung der Olympischen Spiele. Tokios Gouverneurin hält eine Absage für "undenkbar". Doch es gibt erste Abweichler.

Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollen trotz der Einstufung des Coronavirus-Ausbruchs als Pandemie an den Olympischen Spielen im Sommer (24. Juli bis 9. August) festhalten. Man treffe Vorbereitungen, die Sommerspiele und die anschließenden Paralympics wie geplant auszurichten, bekräftigte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga am Donnerstag (12.3.2020). Das IOC habe die Herausforderung der Coronavirus-Pandemie anerkannt. "Aber 19 Wochen vor der Eröffnungsfeier geben uns die zahlreichen Maßnahmen, die derzeit von Behörden auf der ganzen Welt ergriffen werden, Vertrauen", hieß es am Donnerstag in einem IOC-Statement.

Gouverneurin: "Absage ist undenkbar"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Verbreitung des neuen Coronavirus am Vortag als Pandemie eingestuft. Nach Angaben der WHO hat sich das Sars-CoV-2 inzwischen in 115 Ländern ausgebreitet, fast 4.300 Menschen sind gestorben. "Man kann nicht sagen, dass die Einstufung als Pandemie keine Auswirkungen" auf die Sommerspiele haben werde, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. "Aber eine Absage ist undenkbar."

Das IOC erklärte, es arbeite mit Rundfunkveranstaltern und Sponsoren zusammen, "um die aktuelle Situation anzugehen", und es stehe in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Gastgeberstadt Tokio, der japanischen Regierung und dem Organisationskomitee Tokio 2020.

Erste Zweifler im Organisationskomitee

Wegen der Ausbreitung des Virus hatte es vermehrt Spekulationen gegeben, die Spiele könnten verschoben oder sogar abgesagt werden. Diese waren erst am Mittwoch (11.3.2020) von einem Vorstandsmitglied des Organisationskomitee für die Spiele befeuert worden. Haruyuki Takahashi hatte der US-Zeitung "Wall Street Journal" laut japanischen Berichten gesagt, eine Verschiebung um zwei Jahre wegen des Coronavirus sei realistischer als eine Absage. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo sagte er, er wolle eine mögliche Verschiebung in Kürze auf einer Vorstandssitzung zur Sprache bringen.

OK-Chef will im Plan bleiben

Das Organisationskomitee reagierte auf die nach Takahashis eigener Aussage persönliche Meinung seines Vorstandsmitglieds prompt, dass eine Verschiebung der Spiele nicht diskutiert worden sei und sie wie geplant stattfinden sollten. Der Präsident des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, forderte Takahashi auf, vorsichtiger zu sein, was er sage. Derzeit gebe es keinerlei Überlegungen, an der Planung der Spiele etwas zu ändern. Auch IOC-Präsident Thomas Bach hatte kürzlich gesagt, weder das IOC noch das Organisationskomitee würden eine Verschiebung oder Absage der Olympischen Spiele erwägen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 12.03.20 16:09 Uhr