Der deutsche Weitspringer Markus Rehm © Ralf Kuckuck, DBS Foto: Ralf Kuckuck

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Paralympics-Star Rehm will Olympia-Startrecht einklagen

Paralympics-Star Markus Rehm zieht im Kampf um seine Teilnahme an den Olympischen Spielen vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Das bestätigte am Montag (19.07.21) der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher. Er sicherte dem Sportler seine Unterstützung zu.

Laut Klageschrift fordert der 32-Jährige sogar die uneingeschränkte Zulassung zum Weitsprung-Wettbewerb. Nur ersatzweise wird die Zulassung außer Konkurrenz oder in gesonderter Wertung verlangt.

In der Klage heißt es weiter: Ein Athlet, der trotz seiner "Behinderung" die Qualifikationsnorm erreiche, die für alle gelte, könne nicht einfach den Paralympischen Spielen allein zugeordnet werden. Rehm fordert zudem vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) die Bestätigung der Nominierung.

Rehm: "Mir geht es ausschließlich um Inklusion"

"Mir geht es ausschließlich darum, ein Zeichen für Inklusion und den paralympischen Sport zu setzen", sagte Rehm zuletzt: "Ziel ist es, eine nachhaltige Veränderung anzustoßen. Aus diesem Grund geht es mir nicht um eine Medaille, sondern um die Botschaft."

Anfang des Monats hatte der DLV den Weitspringer in gesonderter Wertung für die Sommerspiele vorgeschlagen. Der DOSB meldete Rehm dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Mitglied der deutschen Olympia­Mannschaft, wie Beucher bestätigte. Am 6. Juli allerdings habe das IOC dem DLV mitgeteilt, dass Rehm nach Auskunft des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics nicht startberechtigt sei.

Der Verband beruft sich dabei auf Regel 6.3.4, nach der Rehms Prothese ein mechanisches Hilfsmittel sei. Der Athlet müsse demnach beweisen, dass er dadurch keinen Vorteil hat. Der CAS hatte diese Regel allerdings bereits im vergangenen Jahr als rechtswidrig bezeichnet.

Beucher kritisiert den Leichtathletik-Weltverband

DBS-Präsident Beucher stellt sich klar hinter Rehm, dem der rechte Unterschenkel fehlt. Er äußerte sein Unverständnis über die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes. World Athletics dücke sich seiner Meinung nach um eine klare Antwort auf die Frage, ob Rehm mit seine Prothese einen Vor- oder Nachteil habe, sagte Beucher am Montag (19.07.21) bei der Vorstellung des deutschen Kaders für die Paralympcis (24. August bis 5. September).

"Markus Rehm hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich als paralympischer Athlet fühlt, der aus einem inklusiven Ansatz heraus als paralympischer Athlet bei einem olympischen Event starten möchte." Rehm trete nicht an, um "einem olympischen Athleten eine Medaille wegzunehmen, in dem er weiter springt. Er will außer Konkurrenz starten, das war von Anfang an sein Ansinnen", sagte Beucher.

Weltrekord-Sprung auf 8,62 Meter

Rehm hatte im Juni seinen eigenen Weltrekord auf 8,62 m verbessert und damit die nationale Olympia-Norm (8,22) deutlich geknackt. Der Prothesenspringer hofft auf einen Doppelstart bei Olympia und bei den Paralympics (24. August bis 5. September).

Die Ad-hoc-Division des CAS für die Olympischen Spiele in Tokio lehnte die Befassung mit dem Fall ab. Deshalb soll nun der CAS entscheiden.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia Tokio 2020 | 22.07.2021 | 09:05 Uhr

Stand: 19.07.21 14:17 Uhr

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