Der frühere WADA-Präsident Richard Pound © picture alliance / NurPhoto Foto: Dominika Zarzycka

Corona-Krise

Pound: Olympia wird nicht am 24. Juli beginnen

Laut dem früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Krise beschlossene Sache. Das IOC spricht von einer Interpretation eines Einzelnen.

Der geplante Olympia-Termin in Tokio ist nicht zu halten. Das ist inzwischen offenbar auch dem Internationalen Olympischen Komitee klar. Angeblich ist die Entscheidung für eine Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr bereits gefallen. Das behauptet jedenfalls das langjährige IOC-Mitglied Richard Pound. "Anhand der Informationen, die dem IOC vorliegen, wurde eine Verschiebung beschlossen", sagte Pound am Montag (23.3.2020) in einem Telefoninterview mit der Zeitung "USA Today". Die genauen Modalitäten stünden noch nicht fest, aber "soweit ich weiß, werden die Spiele nicht am 24. Juli beginnen".

01:31 min | 23.03.2020 | Das Erste

Anzeichen für Olympia-Verschiebung verdichten sich

Die Anzeichen für eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio verdichten sich. Laut dem früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Entscheidung sogar bereits gefallen.

Nächte Schritte folgen

Der 78-jährige Kanadier glaubt, dass das IOC bald die nächsten Schritte bekanntgeben wird. "Es wird in Etappen kommen. Wir werden dies verschieben und beginnen, uns mit all den Konsequenzen zu befassen, die sich daraus ergeben, die immens sind", ergänzte der einflussreiche Ex-Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur, der seit 1978 dem IOC angehört und stets für deutliche Worte bekannt ist. Pound hatte bereits im Februar die Mauer des Schweigens im IOC gebrochen und erklärt, binnen drei Monaten werde eine Entscheidung fallen.

IOC: Interpretation eines Einzelnen

Das IOC bezeichnete Pounds Aussagen indes als die Interpretation eines Einzelnen. Sie stützten sich auf die jüngste Ankündigung, dass eine Entscheidung innerhalb der nächsten vier Wochen fallen werde. "Es ist das Recht eines jeden IOC-Mitglieds, die gestern getroffene Entscheidung der IOC-Exekutive zu interpretieren", sagte ein Sprecher. Das IOC hatte sich am Sonntag eine Vier-Wochen-Frist bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Sommerspiele in Tokio gesetzt.

Der Druck auf das IOC ist gewaltig

Der Druck auf das IOC war nach Bekanntwerden dieser Deadline noch einmal immens gestiegen. Einzelsportler, Funktionäre, Verbände und Nationale Olympische Komitees fordern eine schnelle Entscheidung. Kanada hat bereits angekündigt, keine Sportler nach Tokio zu entsenden, wenn die Spiele in diesem Sommer stattfinden. Auch in Japan bröckelt der Widerstand. Premierminister Shinzo Abe sprach in seiner Rede vor dem Parlament in Tokio erstmals über die Möglichkeit einer Verlegung. Dem Land gehe es nach wie vor um den reibungslosen geplanten Verlauf der Spiele, aber wenn dies in der Sorge um die Gesundheit der Teilnehmer schwierig werde, könne die Entscheidung über eine Verschiebung Olympias unvermeidlich sein.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 23.03.20 19:12 Uhr