Ein Athlet ist in Sapporo unterwegs. © IMAGO / Inpho Photography

Leichtathletik

Wegen Hitze: Olympia-Marathon der Frauen vorverlegt

Wegen der erwarteten Hitze in Sapporo ist der Olympia-Marathon der Frauen um eine Stunde vorverlegt worden. Das Rennen wird auf Anraten der Ärzte-Kommission des Leichtathletik-Weltverbandes am Samstag (07.08.2021) bereits um 6 Uhr (23 Uhr MESZ am Freitag) gestartet, teilten die Organisatoren der Sommerspiele in Japan mit.

Der Lauf der Männer am Sonntag ist derzeit weiterhin für 7 Uhr Ortszeit angesetzt. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Athletinnen hätten oberste Priorität, hieß es in der Mitteilung. Die Teams wurden aufgefordert, alle Teilnehmerinnen über die Bedingungen zu informieren.

Gehen und Marathon ins vermeintlich kühlere Sapooro verlegt

Die Leichtathletik-Wettbewerbe im Marathon und Gehen waren aus der Olympia-Stadt Tokio ins nördliche Sapporo verlegt worden, weil es dort normalerweise nicht so heiß ist wie in Japans Hauptstadt. Am Samstag werden aber auch in Sapporo Temperaturen bis zu 33 Grad erwartet. Zur neuen Startzeit soll es erst 25 Grad warm sein.

"Wir werden alle in der gleichen Bratpfanne schmoren", sagte der Weltrekordler und amtierende Olympiasieger Eliud Kipchoge aus Kenia über die zu erwartende hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei den Marathon-Läufen in Sapporo. Schon beim Gehen war es problematisch. "Es war brutal da draußen. Nicht zuletzt wegen dieses riesigen Bildschirms, der uns gezeigt hat, dass die Temperatur langsam anstieg, während wir gingen", sagte der Kanadaner Evan Dunfee, der Bronze über 50 Kilometer Gehen gewann.

01:59 min | 26.07.2021 | Das Erste

Gekühlte Kirschblüten für den olympischen Marathon

Damit der Marathon festlich durch Sapporo laufen kann, wurden Kirschblüten gekühlt, welche zum Wettbewerb blühen sollen.

Frauen-Marathon: Kejeta will für Überraschung sorgen

Beim Lauf der Frauen gelten die Kenianerinnen um Weltrekordlerin Brigid Kosgei als Favoritinnen auf Gold. Dahinter könnte aber schon die deutsche Läuferin Melat Kejeta für eine Überraschung sorgen.

"Mein größtes Ziel ist es, eine Medaille für Deutschland nach Hause zu bringen", sagte Kejeta, die in ihrer Karriere 2019 in Berlin erst einen einzigen Marathon gelaufen ist. Kejeta stammt aus Äthiopien und gehört zur Volksgruppe der Oromo, die dort verfolgt wird. Nach einem Wettkampf in Italien 2013 setzte sie sich ab und fand in Kassel eine neue Heimat gefunden. Deborah Schöneborn (Berlin) und Katharina Steinruck (Frankfurt), die Tochter von Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig, komplettieren das deutsche Frauen-Team.

Die heutige Bundestrainerin holte 1988 in Seoul die bislang letzte Olympiamedaille im Marathon für Deutschland. Nun hofft Dörre-Heinig auf eine neue Medaille. "Es wird ja mal Zeit", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Männer-Marathon: Petros will in die Top 20

Bei den Männern bleibt der Kenianer Kipchoge der Favorit. Die Hoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ruhen auf dem deutschen Marathon-Rekordhalter Amanel Petros. Der 26-Jährige war Anfang Juni bereits im Trainingslager in Kenia, musste aber nach einem Sturz und einer Blessur am Sprunggelenk für Behandlungen zwischenzeitlich nach Deutschland zurück. "Nachdem ich mich im Juni noch gefragt habe, ob ich überhaupt an den Start gehen kann, habe ich jetzt doch ein gutes Niveau erreicht", sagte Petros, der sich mit Platz zehn bis 20 ein ambitioniertes Ziel gesetzt hat.

Marathonläufer Amanal Petros beim Frankfurter Halbmarathon 2020 © imago images / Jan Huebner

Hält den deutschen Marathon-Rekord: Amanal Petros.

Petros hat den deutschen Rekord inne (2:07:18 Stunden). Eine Belastung war die Situation um seine Familie. Petros ist in Eritrea geboren, aber in Äthiopien aufgewachsen, im Januar 2012 kam er als Flüchtling aus Tigray nach Deutschland. Tigray ist eine Konfliktregion, in der es Tausende Tote gegeben hat. Petros sorgte sich um seine Mutter und die beiden jüngeren Schwestern. "Das ist brutal hart", sagte er der Deutschen Presse-Agentur einmal über die emotionale Belastung.

Auch die Männer stellen mit Petros, Hendrik Pfeiffer (beide Wattenscheid) und Richard Ringer (Rehlingen) ein Trio. Pfeiffer hatte sich Ende März mit dem Coronavirus infiziert. "Wenn ich eine Kiste Wasser hochhob, musste ich mich danach erst mal hinlegen", erzählte er. Vier Wochen habe es gedauert, bis er wieder mit ganz lockerem Laufen anfangen konnte.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia Tokio 2020 | 06.08.2021 | 01:50 Uhr

Stand: 06.08.21 14:06 Uhr