Kugel beim Lawn Bowling © imago sportfotodienst Foto: imago sportfotodienst

Tel Aviv 1968: Sportliches Programm wird erweitert

Die Austragung der Paralympics 1968 ist zwei Jahre vor Veranstaltungsbeginn massiv gefährdet. Die mexikanische Regierung erklärt, sie könne die Spiele nicht wie Olympia in Mexiko-Stadt ausrichten. Als offiziellen Grund gibt sie technische Schwierigkeiten an. Um die Tradition des vierjährigen Turnus' parallel zu den Olympischen Spielen aufrecht zu erhalten, nimmt Sir Ludwig Guttmann eine Einladung der israelischen Regierung und der ILAN Gesellschaft (einer israelischen Organisation für Menschen mit physischen Behinderungen) an, die Internationalen Stoke Mandeville Games von 1968 in Ramat Gan bei Tel Aviv abzuhalten.

Das sportliche Programm ist inzwischen erheblich erweitert worden. Lawn Bowling (dem Boccia ähnlich), Frauen-Basketball sowie das 100-m-Rollstuhlrennen der Männer werden eingeführt. Zudem gibt es erhebliche Änderungen des Klassifizierungssystems in der Leichtathletik, im Basketball und im Schwimmen.

Roberto Marson räumt zehn Goldmedaillen ab

Der Star der Spiele ist Roberto Marson aus Italien. Das 25-jährige Multitalent gewinnt zehn Goldmedaillen, je drei in der Leichtathletik und im Schwimmen sowie vier im Fechten. Auf sieben Medaillen kommt Es Owen. Der US-Amerikaner sammelt zweimal Leichtathletik-Gold plus Gold im Fünfkampf, zwei Titel im Schwimmen, Silber mit dem Basketball-Team sowie Bronze im Speerwurf. Für Furore sorgt zudem die australische Schwimmerin Lorraine Dodd mit drei Rekorden innerhalb eines Tages.

35 Medaillen holt die deutsche Mannschaft in Tel Aviv (Rang sechs der Nationenwertung). Fleißigster Sammler ist Manfred Emmel im Schwimmen und Tischtennis mit insgesamt fünf Medaillen, dicht gefolgt von Heinz Simon (Bogenschießen, Fünfkampf, Tischtennis) und Johann Schuhbauer (Leichtathletik) mit je viermal Edelmetall.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Paralympics 2020 | 25.08.2020 | 13:00 Uhr