08:41 min | 02.09.2021 | Das Erste

Kanu: Die Vorläufe der Sprintwettbewerbe in der Zusammenfassung

Kanusprint

Kanusprint: Edina Müller zieht direkt ins Paralympics-Finale ein

Edina Müller hat zum Auftakt der Kanusprint-Wettbewerbe der Paralympics am Donnerstag (02.09.2021) als Einzige aus dem deutschen Team den direkten Einzug ins Finale geschafft. Für die anderen besteht in Tokio jedoch auch noch die Hoffnung auf die Teilnahme an den Medaillenrennen.

Müller, die im Vorfeld lange dafür gekämpft hatte, ihr Kind mit nach Tokio nehmen zu dürfen, zeigte sich von dem ganzen Trubel unbeeindruckt. Sie zog als Erste ihres Vorlaufs (Klasse KL1) mit einer paralympischen Bestzeit (56,391 Sekunden) ins Finale am Samstag (04.09.2021/3.48 Uhr MESZ) ein. Damit muss sie nicht ins Halbfinale eine knappe Stunde zuvor und kann entsprechend Kraft sparen für die Jagd nach den Medaillen. "Ich bin aber froh, dass ich da nicht rein muss und das überspringen kann", sagte Müller, die nun die Chance hat, es ihrer Kollegin Annika Zeyen nachzumachen.

Gemeinsam mit der Bonnerin gewann sie 2012 in London Gold im Rollstuhlbasketball. Zeyen holte nach ihrem Sportart-Wechsel in Tokio den Titel im Handbike. Im heutigen Para-Sport eine absolute Seltenheit. "Es wäre super, wenn ich ihr das nachmachen könnte", sagte Müller: "Natürlich ist das der Traum. Aber die Rennen sind sehr knapp. Man kann Erste oder Sechste werden. Wenn alles gut läuft, ist eine Medaille drin. Aber welche Farbe kann man nicht sagen."

Insgesamt fünf deutsche Boote in den Halbfinals

Ins Halbfinale muss Anja Adler im Kajak der Klasse KL2. Sie hatte gegen die Britin Charlotte Henshaw mit 2,899 Sekunden das Nachsehen. Dennoch kann sie sich mit einer Zeit von 55,693 Sekunden Hoffnungen auf eine Medaille machen, wenn sie denn das Halbfinale übersteht. Dort muss auch Felicia Laberer antreten. Sie wurde in der Klasse KL3 Dritte ihres Vorlaufs (53,022 Sek.).

Im Kanadier (Klasse VL2) verpasste Katharina Bauernschmidt in ihrem Vorlauf als Dritte den direkten Final-Einzug. Die 31-Jährige absolvierte bei ihrer Paralympics-Premiere die 200 m in 1:05,324 Minuten und lag damit knapp 2,5 Sekunden hinter der Australierin Susan Seipel. Im ersten Vorlauf hatte Emma Wiggs aus Großbritannien in 58,084 Sekunden eine paralympische Bestzeit gefahren. Das Halbfinale und das Finale finden am Freitag (03.09.2021) statt.

Kilian muss sich deutlich steigern

Keine Chance im Kampf um die vorderen Plätze hatte Ivo Kilian. Der Hallenser belegte im Kajak (KL2) in seinem Vorlauf mit über sechs Sekunden Rückstand (50,389 Sek.) den letzten Rang. Aber auch er kann sich im Halbfinale noch einmal zeigen, müsste sich dort aber deutlich steigern, um das Finale zu erreichen.

In der Klasse KL3 kam Tom Kierey (42,098 Sek.) im Vorlauf auf Rang drei. Somit muss auch der Silbermedaillengewinner von Rio 2016 den Umweg über das Halbfinale nehmen.

Al Khalifa ist stolz und kann sich Start für Deutschland vorstellen

In gleich zwei Klassen (VL2/KL1) ging der aus Syrien stammende und für das Refugee-Team startende Anas Al Khalifa an den Start. Trotz des jeweils letzten Platzes in seinen Läufen war der 28-Jährige, der beim SV Halle trainiert, stolz auf seine Leistung. "Ich war ein bisschen nervös, aber es war toll, sich heute mit den andern zu messen. Nicht viele kommen in so kurzer Zeit so weit", erklärte Khalifa. Im Dezember 2018 zog er sich beim Sturz von einem zweistöckigen Gebäude eine Querschnittslähmung zu und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Im Kanusport fand er neuen Halt.

Und aus den Paralympics zieht er zudem neue Motivation: "Ich sehe so viele Menschen, denen es noch schlechter geht als mir, die aber trotzdem kämpfen. Dann weiß ich, dass ich auch weiterkämpfen muss." Sein Ziel ist es bis 2024 in Paris weiterzumachen - dann vielleicht sogar unter schwarz-rot-goldener Flagge. "Es fühlt sich gut an, Teil des Refugee-Teams zu sein. Ich kann noch nicht sagen, ob ich danach für Deutschland antreten werde oder nicht. Das werden wir sehen!", so Khalifa.

02:56 min | 02.09.2021 | Das Erste

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Der Syrer Anas Al Khalifa hat nach seiner Flucht in Deutschland eine neue Heimat und auch im Sport neuen Mut gefunden.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Paralympics Tokio 2020 | 02.09.2021 | 09:05 Uhr

Stand: 02.09.21 04:40 Uhr