Badmintonspieler Marc Zwiebler

Marc Zwiebler: Deutschlands "Mister Badminton"

Sportart: Badminton
Disziplin: Einzel
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 13.03.1984
in Bonn
Größe: 181 cm
Gewicht: 75 kg
Verein: 1. BC-Bischmisheim
Beruf: Student (Betriebswirtschaftslehre)

Sportliche Eckdaten

Größte Erfolge
Weltmeisterschaft:
5. Platz 2015 (Team)
5. Platz 2012 (Team)
5. Platz 2010 (Team)

Europameisterschaft:
3. Platz 2016 (Einzel)
3. Platz 2016 (Team)
3. Platz 2014 (Team)
1. Platz 2013 (Team)
1. Platz 2012 (Einzel)
2. Platz 2012 (Team)
2. Platz 2011 (Team)
3. Platz 2010 (Einzel)
3. Platz 2010 (Team)
5. Platz 2009 (Mixed)
5. Platz 2008 (Team)
3. Platz 2008 (Team)
2. Platz 2006 (Team)
3. Platz 2004 (Team)


Marc Zwiebler ist der deutsche "Mister Badminton". Seit Jahren gehört der Bonner zur erweiterten internationalen Spitze und hat sich auch durch Rückschläge nie unterkriegen lassen. In Rio de Janeiro nimmt er zum dritten Mal an Olympischen Spielen teil.

Was hätte er sonst auch schon werden sollen? Dass Marc Zwiebler Badminton spielen würde, ist ihm eigentlich in die Wiege gelegt worden. Mutter Eva-Maria war in dem Sport, der hierzulande eher ein Schattendasein führt, ebenso eine Klasse für sich wie Vater Karl-Heinz. Nationale Titel haben sie reichlich gefeiert, aber ihre Erfolgsbilanz hat der inzwischen 32-jährige Ausnahmespieler und achtfache deutsche Meister längst in den Schatten gestellt. Und mit dem Einzeltitel bei der Europameisterschaft 2012 eine 40 Jahre währende Warteschleife des deutschen Badminton beendet.

Badminton statt Fußball

Als Sechsjähriger hatte Zwiebler beim 1. BC Beuel angefangen, Badminton zu spielen. Und der talentierte Bonner Steppke blieb dabei, obwohl ihn der 1. FC Köln vier Jahre später bedrängte, er solle doch nur noch Fußball spielen. Tat er aber nicht und sammelte stattdessen einen Badminton-Titel nach dem anderen: 19 Mal wurde er deutscher Jugend- und Junioren-Meister, 2003 überdies Jugend-Europameister. Doch dem spielend leichten Aufstieg folgten gesundheitliche Probleme und ein jäher Rückschlag, der die Karriere fast beendet hätte.

Comeback nach Bandscheibenvorfall

Rastlos war Zwiebler von Turnier zu Turnier gehetzt - meistens nach Asien, wo Badminton einen Status fast wie der Fußball hierzulande hat. Neun Wochen am Stück sei er nicht selten unterwegs gewesen. Bis ihn 2005 schreckliche Rückenschmerzen stoppten und selbst das tägliche Leben zur Tortur werden ließen. An Sport war nicht mehr zu denken. Der Diagnose Bandscheibenvorfall folgten eine nicht ungefährliche Operation und Wochen der Rehabilitation. Und ein Comeback, das niemand für möglich erachtet hätte. Der Einzug ins Achtelfinale bei den Olympischen Spielen in Peking war nicht nur Lohn für die Qualen, sondern auch Ausdruck für Zwieblers unglaublichen Willen und Fleiß.

Plattenliebhaber und Führungsspieler

Auch in London 2012 war in der Runde der besten 16 wieder Endstation. Diesmal war der Chinesen Chen Jin zu stark. Dem Spaß am Badminton konnte diese Niederlage aber auch nichts anhaben. 16 Jahre ist der Musik-Liebhaber, der Hunderte von Schallplatten gesammelt hat, schon Badminton-Profi. In Rio ist er zum dritten Mal bei Olympia dabei. Zur Freude von Bundestrainer Jacob Öhlenschläger: "Marc hat große Führungsqualitäten und ist sehr wichtig für uns."

Konkurrent Lee Chong Wie ein guter Freund

Am Bundesstützpunkt in Saarbrücken ist Zwiebler eher selten. Der Weltenbummler und deutsche "Mister Badminton" ist häufig unterwegs - und auch die kurzen Pausen zwischen den Turnieren verbringt er meistens in der Ferne. Bei Lee Chong Wie und seiner Familie zum Beispiel. Der Silbermedaillen-Gewinner (Peking/London) aus Malaysia ist über die Jahre zu einem Freund geworden. "Es ist großartig, dass ich bei ihm wohnen und mit ihm  trainieren kann. Das bedeutet mir sehr viel", sagt Zwiebler. In Rio aber sind beide wieder Konkurrenten.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 31.07.16 16:23 Uhr