
Olympia-Geschichte
Von einer anderen Basketball-Welt: Das Dream Team
Im Basketball ist die zuvor geltende Amateur-Regel des Internationalen Olympischen Komitees vor den Spielen in Barcelona aufgehoben worden. Das gibt den USA die Chance, nicht mehr nur talentierte College-Boys in einem gemeinsamen Nationalteam an den Start zu bringen, sondern gleich die komplette Elite der Profi-Basketballer. Es ist die wohl größte Ansammlung von Superstars in der Geschichte des Sports: Legenden der 80er Jahre wie "Magic" Johnson und Larry Bird spielen mit den Stars der nächsten Generation um Charles Barkley und Michael Jordan zusammen. "Dream Team" nennen sie die um Superlative nie verlegenen US-Medien.
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Olympia-Geschichte
1992: Olympischer Zauber in Katalonien
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Das Plakat der Olympischen Spiele von 1992 in Barcelona.
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Ein Bild von Freiheit und Eleganz: Der japanische Wasserspringer Isao Yamagishi hoch über der Stadt Barcelona.
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Die Berliner "Göre" mischt die Konkurrenz kräftig auf: Franziska van Almsick, süße 14 Jahre alt, holt zweimal Silber und zweimal Bronze.
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Jubel auf der Tartanbahn: 10.000-m-Goldmedaillengewinnerin Derartu Tulu (l.) aus Äthiopien und die zweitplatzierte Südafrikanerin Elana Meyer.
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Nur als Olympiasieger ein Herz und eine Seele: Deutschlands Tennis-Ikonen Michael Stich (l.) und Boris Becker nach ihrem Sieg im Doppel.
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Das Maß aller Dinge im Turnen: Witali Scherbo aus Weißrussland. Seine einmalige Bilanz: Gold im Mehrkampf mit der Mannschaft, Gold im Einzel-Mehrkampf, Gold am Seitpferd, Gold an den Ringen, Gold im Pferdsprung, Gold am Barren.
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Für ihre Fans sind sie ein Traum, für ihre Gegner ein Albtraum: die US-Basketballer. Die NBA-Profis um "Magic" Johnson (r.) demontieren die Konkurrenz und bescheren dem Sport einen großen Popularitätsschub.
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Mit "Classic Touch" auf Goldkurs: Springreiter Ludger Beerbaum feiert mit dem Sieg in Barcelona einen großen Erfolg.
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Verzückt, entrückt: Wie entfesselt stürmt Dieter Baumann über 5.000 Meter auf der Zielgeraden zum Sieg.
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Volle Konzentration: Hochspringerin Heike Henkel holt nach ihrem WM-Titel im Jahr zuvor in Barcelona auch Olympia-Gold.
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Birgit Fischer beim Zieleinlauf: Sie gewinnt die 500 m im Einer-Kajak.
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Das Boxen dominieren die Kubaner. Schwergewichtler Felix Savon (r.) holt in Barcelona zum ersten Mal Gold. Auch 1996 und 2000 ist er nicht zu schlagen.
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Der Schuss zum Gold: Kiko Narvaez (l.) trifft im Fußball-Finale in letzter Minute zum 3:2 für Spanien gegen Polen. Im Team der Gastgeber stehen unter anderem auch die späteren Barca-Helden Pep Guardiola und Luis Enrique.
"Mit Rockstars auf Tour"
Tatsächlich macht die Truppe von US-Coach Chuck Daly ihrem Namen alle Ehre. Schon das Auftaktspiel gegen Angola endet 116:48. Die Angolaner, so scheint es, konzentrieren sich mehr darauf, Fotos mit ihren berühmten Gegnern schießen zu lassen als Punkte zu machen. Die US-Stars haben viel Spaß in Barcelona, wachsen als Mannschaft zusammen. Gegen spanische Polizisten, die zu ihrer Sicherheit aufgeboten sind, bestreiten sie aus Dankbarkeit ein medienwirksames Trainingsspiel. "Als sei man mit zwölf Rockstars auf Tour", beschreibt Trainer Daly den Rummel ein wenig genervt.
117 Punkte pro Spiel im Schnitt
Unter dem Korb haben die Gegner keine Chance. "Hoffentlich werden wir nicht massakriert", orakelt Deutschlands NBA-Star Detlef Schrempf vor der Begegnung gegen Jordan und Co. Aber seine Befürchtungen bewahrheiten sich: Das deutsche Team verliert 68:111. In acht Matches holt das "Dream Team" einen Schnitt von 117 Punkten; eine eigene Auszeit benötigt es nie. "Man sollte ihnen gleich die Goldmedaille geben", lautet der Kommentar des Kroaten Dino Radja. Allein sein Team kann im Finale anfangs noch mithalten, es zwingt den US-Boys nach elf Minuten den ersten und einzigen Rückstand im ganzen Turnier auf. Am Ende geht Gold aber erwartungsgemäß an die Amerikaner (117:85) , deren Werbeeinnahmen durch die Olympia-Teilnahme sich auf geschätzte 30 Millionen Dollar belaufen.
2002 - Der Mythos ist zerstört
Der Auftritt der US-Profis in Barcelona bewirkt einen weltweiten Popularitätsschub für den Basketball und insbesondere die nordamerikanische Profiliga NBA. Seinen Namen behält das zehn Jahre ungeschlagene Team auch bei wechselnder Besetzung noch bei, allerdings mit fortlaufender Nummerierung. Mit dem enttäuschenden sechsten Platz bei der WM 2002 im eigenen Land ist der Mythos "Dream Team" dann zerstört. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen reicht es für die Nachfolger von "His Airness" & Co. nach dreimal Gold in Folge "nur" noch zur Bronzemedaille.