01:33 min | 22.07.2021 | Das Erste | Autor/in: Elli Hyra

So funktioniert Sportklettern: Die Regeln

Sportklettern feiert in Tokio seine Premiere. Beim Klettern kommt es vor allem auf die geistige und körperliche Geschicklichkeit an.

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So funktioniert Sportklettern bei Olympia: Die Regeln

Zum ersten Mal sind die Sportkletterer bei Olympischen Spielen dabei. Wie funktioniert Olympic Combined? Die wichtigsten Regeln zum Sportklettern bei Olympia.

Sportklettern ist als Sportart erstmals bei den Olympischen Spielen dabei. Der internationale Verband gibt an, dass 35 Millionen Menschen weltweit klettern. Bei Frauen und Männern werden jeweils Sieger in der Disziplin Olympic Combined gekürt. Diese setzt sich aus den drei Teildisziplinen Speed, Bouldern (ohne Seil) und Lead (Vorstiegsklettern) zusammen. Der Wettkampf besteht aus einer Qualifikation und einem Finale.

Was sind die drei Teildisziplinen im Olympic Combined?

Speed: Geklettert wird an einer 15 Meter hohen Wand, die fünf Grad überhängend ist. Es geht darum, möglichst schnell die Spitze zu erreichen. Die Platzierung ergibt sich aus der benötigten Zeit. Die Besten "laufen" die Wand in unter sechs Sekunden hoch.

Bouldern: Das ist Schwierigkeitsklettern ohne Seilsicherung in Absprunghöhe. Dabei müssen einzelne klettertechnische Höchstschwierigkeiten gelöst werden. Die Athleten müssen den "Hindernisparcours" (Boulder) in maximal vier Minuten überwinden. In der Qualifikation und im Finale gibt es jeweils vier Boulder. Auf halber Strecke befindet sich die "Zone", am Ende der Topgriff. Es geht darum, möglichst viele Boulder zu überwinden.

Gewertet wird wie folgt: Anzahl der erreichten Topgriffe (T) sowie Anzahl der erreichten Zonengriffe (Z). Herrscht Gleichstand, zählt man die Versuche, die benötigt wurden, um Top und Zone zu erreichen.

Das Ergebnis wird in dieser Form dargestellt: 4t 4z 5 4. Der Athlet hat also vier Mal den Topgriff erreicht und dafür fünf Versuche benötigt. Außerdem hat er vier Zonen überwunden und dafür vier Versuche gebraucht.

Lead: Entspricht dem klassischen Klettern am Fels. Hier geht es darum, an einer mindestens 15 Meter hohen Wand innerhalb von sechs Minuten so hoch wie möglich zu klettern. Vor Beginn haben die Athleten ebenfalls bereits sechs Minuten Zeit, um die Route zu besichtigen. Damit alle die gleichen Bedingungen haben, dürfen die Athleten die Versuche ihrer Konkurrenten nicht sehen.

Wie läuft die Qualifikation ab?

Jeder Athlet absolviert in der Qualifikation alle drei Teildisziplinen in derselben Reihenfolge: Speed, Bouldern und Lead.

Wie wird in der Qualifikation gewertet?

Die Platzierungen der drei Qualifikationsrunden werden miteinander multipliziert. Daraus entsteht ein Ranking, das der Athlet mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl anführt. Die acht besten Kletterer erreichen das Finale.

Wie läuft das Finale?

Zunächst geht es im Speed in den K.o.-Modus. Der Sieger der Qualifikation klettert gegen den Achten, der Zweite gegen den Siebten, usw. Wer im direkten Duell als Erster oben ankommt, erreicht die nächste Runde. Nach Viertel-, Halb- und Finale steht der Sieger fest.

Beim anschließenden Boulder-Finale startet der Achtplatzierte des Speed als Erster, der Speed-Sieger als Letzter. Wie in der Qualifikation sind vier Boulder zu überwinden. Erreichen zwei Athleten das gleiche Ergebnis, wird derjenige besser platziert, der in der Qualifikation ein besseres Gesamtresultat erzielt hatte.

Die Startreihenfolge im Lead-Finale ergibt sich aus dem Gesamtergebnis von Speed und Bouldern. Der Führende startet als Letzter. Wie in der Qualifikation ist entscheidend, wie hoch der Athlet klettert. Bei Gleichstand entscheidet die Zeit: Der Schnellere liegt vorne.

Wie wird im Finale gewertet?

Genauso wie in der Qualifikation: Die Platzierungen der drei Teildisziplinen werden miteinander multipliziert. Wer die geringste Punktzahl aufweist, ist Olympiasieger im Combined.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 22.07.2021 | 09:05 Uhr

Stand: 19.07.21 16:44 Uhr