Die Medaillen für die Paralympics 2020 in Tokio. © picture alliance/MAXPPP

Hintergrund

Paralympics in Tokio: Die wichtigsten Daten und Fakten

Die XVI. Paralympischen Sommerspiele werden in Tokio ausgetragen. Sie wurden wegen der Corona-Pandemie von 2020 ins Jahr 2021 verlegt. Japans Hauptstadt ist zum zweiten Mal nach 1964 Gastgeber für Olympische Sommerspiele - und auch für Paralympics. Die II. Paralympics mit 335 Teilnehmern fanden damals auch kurz nach Olympia im November statt. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Wann finden die Wettkämpfe statt?

Die Paralympics waren ursprünglich vom 25. August bis zum 6. September 2020 terminiert. Nach der Verschiebung finden sie nun vom 24. August bis 5. September statt.

Wie viele Athleten nehmen teil?

2016 in Rio de Janeiro starteten rund 4.300 Sportlerinnen und Sportler. Eine ähnliche Teilnehmerzahl wird auch in Tokio erwartet. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will rund 150 Athletinnen und Athleten entsenden. In Rio 2016 holte die deutsche Mannschaft 57 Medaillen, neun weniger als in London 2012.

In wie vielen Sportarten werden Medaillen vergeben?

In Tokio werden Medaillen in 22 Sportarten vergeben. Es gibt 540 Wettbewerbe. Neu im Programm sind Badminton und Taekwondo, dafür wurden Segeln und 7er-Fußball gestrichen. Damit gibt es nur noch ein Blindenfußball-Turnier, bei dem fünf gegen fünf gespielt wird.

Geschichte

Tokio empfängt bereits zum zweiten Mal behinderte Sportler. Bei den II. Paralympics 1964 wurde der Begriff "Paralympics" erstmals, wenn auch noch inoffiziell, verwendet. Zum zweiten - und bis 1988 vorerst letzten Mal - wurden die Spiele der Behinderten in derselben Stadt wie die Olympischen Spiele ausgetragen. Die Tradition eines Weltsportfestes für Menschen mit Behinderung wurde 1948 im englischen Aylesbury mit den Stoke Mandeville Games begründet.

Zuschauer

Die Nachfrage nach Tickets für die Paralympics in Tokio übersteigt das Angebot. In der ersten Verkaufsphase hatte es 3,1 Millionen Anfragen für insgesamt 2,3 Millionen verfügbare Eintrittskarten gegeben. In Rio hatten sich die Stadien und Hallen bei den Paralympics erst gefüllt, nachdem die Preise für die Tickets drastisch reduziert worden waren.

Das Maskottchen: Someity

Someity, das Maskottchen der Paralympics 2020 in Tokio. © picture alliance / NurPhoto Foto: Alessandro Di Ciommo

Someity, das Maskottchen der Paralympics in Tokio.

Someity ist eine futuristische, pink-weiß-farbene Figur mit Kulleraugen und Superkräften, über deren Design Schulkinder mit abgestimmt hatten. Someitys Name steht für die Kirschblütensorte "someiyoshino" und das englische "so mighty" (so mächtig). Sie verkörpert das Wesen paralympischer Athleten, die Hindernisse überwinden müssen und die Grenzen des Möglichen neu definieren.

Die Sportstätten

Die Paralympics-Starter nutzen größtenteils die Olympia-Sportstätten in der Heritage Zone und der Tokyo Bay Zone, nur Schießen, Bahnradsport und Straßenradsport finden außerhalb statt. Die Leichtathleten wetteifern im Olympiastadion, die Schwimmer im Tokyo Aquatics Centre, die Kanuten und Ruderer auf dem Sea Forest Waterway. 5er-Fußball wird im Aomi Urban Sports Park gespielt, Goalball in der Makuhari Messe Hall C, die als einzige keine Olympia-Wettkampfstätte ist.

Das Olympiastadion

Japans Premierminister Shinzo Abe eröffnete am 15. Dezember 2019 nach knapp drei Jahren Bauzeit das neue japanische Nationalstadion. Es wurde an der Stelle des Olympiastadion von 1964 errichtet. Die von Star-Architekt Kengo Kuma entworfene Arena erinnert an die Pagode des 1.300 Jahre alten Horyuji-Tempels und ist mit begrünten Decks, Ventilatoren und Nebelmaschinen ausgestattet, um trotz drückender Hitze Athleten und Zuschauern angenehme Bedingungen zu ermöglichen. Die Kosten lagen bei insgesamt 1,3 Milliarden Euro, nachdem ein erster Entwurf als zu teuer bewertet und der Bau eines günstigeren Stadions beschlossen wurde.

Das Klima

Der neue Austragungstermin für die Paralympics steht noch nicht fest. In Tokio ist es von Mitte Juli bis Ende August normalerweise sehr schwül bei durchschnittlichen Temperaturen von 31,1 Grad und einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 73 bis 76 Prozent. Anders als bei Olympischen Spielen, bei denen die Marathon- und Geher-Wettbewerbe aufgrund der extremen Bedingungen ins kühlere Sapporo verlegt wurden, sollten die Sehbehinderten, "Rollis" und mit Prothesen startenden Marathonis ihre für 2020 geplanten Wettkämpfe in Tokio durchführen.

Die Medaillen

Die Medaillen für die Paralympics 2020 in Tokio. © picture alliance/MAXPPP

Die Medaillen für die Paralympics in Tokio.

Wie bei Olympia in Tokio werden auch bei den Paralympics erstmals Recycling-Medaillen vergeben. Designer Sakiko Matsumoto kreierte sie aus Edelmetall, das aus gespendetem Elektroschrott gewonnen wurde. Hauptmotiv der Plaketten ist ein traditioneller japanischer Fächer, der mit Darstellungen aus der Natur verziert ist und zum einen für Zusammenhalt stehen soll und zum anderen für den frischen Wind, der von den Paralympics ausgeht. Erstmals wurde der Medaillenrand mit runden Prägungen für Sehbehinderte versehen - eine Vertiefung steht für Gold, zwei für Silber, drei für Bronze. Auf der Vorderseite ist der Schriftzug "Tokyo 2020" zusätzlich in Braille-Schrift geprägt.

Die Zeitverschiebung

Tokio liegt in der Zeitzone Japan Standard Time (JST), der Zeitunterschied zu Mitteleuropa beträgt im Sommer +7 Stunden.

Die Paralympics im Fernsehen

ARD und ZDF halten die Rechte an der Übertragung der Paralympics in Tokio und senden viele Stunden live im TV und im Netz. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte 2020 angekündigt, noch mehr Livebilder bereitzustellen. Aus Tokio sollen Wettkämpfe in 21 Disziplinen übertragen werden. In Rio des Janeiro waren es noch zwölf. Neu im Live-Programm sind Wettkämpfe im Kanu, Reiten und Rudern sowie Teile der Wettkämpfe im Bogenschießen und Schießen. Nach IPC-Angaben verfolgten die Spiele 2016 weltweit 4,1 Milliarden Zuschauer.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 24.03.20 14:00 Uhr