
Neu bei Olympia: Der olympische Fackellauf
Das olympische Feuer brennt bereits 1928 im Stadion. Der erste Fackellauf kommt 1936 zur Aufführung. Mit ihm soll ein Zeichen der Völkerverständigung in die Welt getragen werden. Carl Diem, Chef des Organisationskomitees der Spiele in Berlin, hat die Idee, das Feuer 1936 im griechischen Olympia entzünden und in die jeweilige Olympiastadt tragen zu lassen. Für NS-Propagandaminister Joseph Goebbels eine günstige Gelegenheit, mit der Verbindung von "Hellenentum" und Deutschem Reich die angebliche kulturelle Überlegenheit der Deutschen anschaulich zu machen. Der junge Grieche Konstantin Kondyllis macht am 20. Juli 1936 um 12 Uhr den Auftakt zu der 3.187 Kilometer langen Strecke durch sieben Länder (Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Tschechoslowakei, Österreich und Deutschland). 3.330 Läufer folgen ihm, bis nach zwölf Tagen und elf Nächten Mittelstreckler Fritz Schilgen am 1. August die letzten Meter ins Olympiastadion von Berlin einläuft.
Neuer Abschnitt
Geschichte
1936: Sommerspiele erstmals in Deutschland
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Das Plakat der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin.
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Fackelläufer Siegfried Eifrig entzündet vor der Eröffnungsfeier im Olympiastadion zwei "Altäre" im Lustgarten und vor dem Berliner Schloss. Auch sie brennen während der gesamten Olympischen Spiele.
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Die deutsche Sprinterin Marie Dollinger (l.) übergibt den Staffelstab beim letzten Wechsel der 4x100-m-Staffel an Ilse Dörffeldt, als das Unfassbare passiert: Das Staffelholz fällt auf die Aschenbahn.
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Der Deutsche Luz Long und der Amerikaner Jesse Owens beobachten ihre Konkurrenten beim Weitsprung.
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Owens bei seinem Siegsprung zur Goldmedaille. Der US-Amerikaner wird mit insgesamt vier Olympiasiegen zum Star der Spiele.
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Der amerikanische Hochspringer Cornelius Johnson überspringt die Qualifikationshöhe von 1,85 m ganz lässig im Trainingsanzug.
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Ein Blick auf die Haupttribüne des Olympiastadions: Reichskanzler Adolf Hitler, Propagandaminister Joseph Goebbels und Luftwaffen-Befehlshaber Hermann Goering (rechts neben Hitler) grüßen die Sportler mit gestrecktem Arm. Die übrigen Zuschauer tun es ihnen gleich.
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Die Siegerehrung der Fechtwettbewerbe der Frauen im Olympiastadion: Die Deutsche Helene Mayer gewinnt Silber.
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Der Reiter Ludwig Stubbendorf auf seinem Pferd Nurmi: Die beiden holen Gold in der Military-Einzel- sowie in der Teamwertung.
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Wie erwartet gewinnt Gastgeber Deutschland Gold im Feldhandball.
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Das Brandenburger Tor ist während der Spiele in Berlin festlich geschmückt.
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Zwei Programm-Verkäufer machen ein "Nickerchen" auf dem Rasen.
Symbolik, Rituale, Gesten
Das Feuer selbst ist allerdings keine Erfindung der Nazis. Erstmals brennt 1928 in Amsterdam ein Olympisches Feuer. Die Flamme wird während der zweiwöchigen Spiele auf einem eigens errichteten Turm am Leben gehalten. Seit 1936 hat jedes gastgebende Land der Staffette neue Elemente hinzugefügt, und oft wird das Flammen-Spektakel für symbolische Gesten genutzt:
Vor den ersten Olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg (1948 in London) legt der griechische Soldat, der in Olympia startet, seine Uniform und seine Waffen ab - als Demonstration für den olympischen Frieden. In Tokio wird 1964 die olympische Flamme im Stadion von Yoshinori Sakai entzündet - geboren am Tag des Atombombenabwurfs über Hiroshima am 6. August 1945. 1976 kommt High-Tech ins Spiel: In Athen wird die Flamme in elektrische Signale umgewandelt und über einen Satelliten ins kanadische Ottawa übertragen, wo sie mit einem Laserstrahl wieder entzündet und nach Montreal weitergetragen wird. Seit den 90er Jahren wird der Fackellauf von weltweit operierenden Unternehmen gesponsert.
Muhammad Ali entzündet das Feuer in Atlanta
Mit Box-Legende Muhammad Ali entzündet 1996 in Atlanta erstmals ein Profisportler das olympische Feuer. 2004 führt die Route der olympischen Fackel erstmals "um die Welt": Vom 25. März bis zum 9. Juli macht das Feuer in 34 Städten Station, darunter in all jenen, die bisher Schauplatz Olympischer Spiele waren. Erstmals werden auch Lateinamerika und Afrika mit einbezogen.