Olympia-Geschichte
Bolt: Der "Blitz" stürmt durchs "Vogelnest"
Ein Unbekannter ist Usain Bolt mitnichten, als er in Peking 2008 an den Start geht. Doch was der Jamaikaner im "Vogelnest" zeigt, ist schier unglaublich. Im 100-Meter-Finale läuft Bolt mit einem offenen Schnürsenkel, fängt bereits zehn Meter vor der Ziellinie mit dem Jubeln an und verbessert dennoch seinen Weltrekord auf 9,69 Sekunden. Bolts Naturgewalt fasziniert die Zuschauer und hinterlässt bei Kritikern ein Stirnrunzeln. Kann ein Mensch ohne unerlaubte Hilfsmittel eine derartige Leistung erbringen? Bolt lassen Zweifel kalt, er ist in Peking neben US-Schwimmer Michael Phelps der Superstar der Spiele.
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Sprint
Usain Bolt - Superstar der Leichtathletik
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Usain Bolt in typischer Pose.
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Der Jamaikaner ist nicht nur der schnellste Mann der Welt, ...
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... sondern auch ein Entertainer.
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Der Superstar der Leichtathletik ist die 100 m bislang als einziger Mensch unter 9,6 Sekunden gelaufen.
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Unglaubliche 9,58 Sekunden - Weltrekord! Aufgestellt bei der Leichtathletik-WM 2009 im Berliner Olympiastadion. Auch über 200 m mit 19,19 Sekunden sowie mit der jamaikanischen 4x100-m-Staffel (36,84) hält der Sonnyboy Fabel-Weltrekorde.
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Ein Jahr zuvor räumte "Lightning Bolt" bei den Olympischen Spielen in Peking in allen Disziplinen ab.
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Gold über 100 und 200 m sowie ...
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... mit der Sprintstaffel.
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Unerwarteter Patzer: Bei der WM 2011 in Daegu leistet sich der Seriensieger über 100 m einen Fehlstart und wird disqualifiziert. Sein Landsmann Yohan Blake holt den Titel.
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Bei den Spielen in London will Bolt wieder das Maß der Dinge sein und seinen olympischen Dreifach-Triumph von Peking wiederholen.
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Vor dem Auftakt der olympischen Leichtathletik-Wettbewerbe macht er sich rar. Nur bei der Eröffnungsfeier steht er als Fahnenträger der jamaikanischen Mannschaft im Fokus.
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Auf der Laufbahn lässt Bolt dann Taten sprechen.
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Über 100 m lässt er die Konkurrenz deutlich hinter sich. In 9,63 Sekunden stellt er zudem einen olympischen Rekord auf.
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Auch der zweite Gold-Streich über die doppelte Distanz gelingt souverän.
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Bolt ist wieder der Sprint-Dominator und kostet seine Siege medienwirksam aus.
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Beim dritten Start gewinnt Bolt (l., oben) sein drittes Gold von London. Die 4x100-m-Staffel der Jamaikaner, in der neben Bolt noch Yohan Blake, Nesta Carter und Michael Frater stehen, verweist die Konkurrenz in Weltrekordzeit von 36,84 Sekunden auf die Plätze.
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Im Jahr 2013 begibt sich der 1,95 m große Bolt auf sportliche Abwege: Beim NBA-All-Star-Weekend zeigt er beim Celebrity Game sein Können unter den Körben.
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Bei den French Open überreicht Bolt Tennis-Ass Rafael Nadal die Sieger-Trophäe.
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Auch als DJ macht der Jamaikaner eine gute Figur.
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Zünftig feiern geht als Sprint-Legende ebenfalls - wie hier beim Oktoberfest in München.
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Ein Auftritt von Bolt ist auch immer eine Inszenierung: Beim Diamond-League-Meeting in London 2013 lässt sich der sechsfache Olympiasieger groß inszenieren: Auf einer Rakete wird der "Raketenmann" den 60.000 Zuschauern im Stadion präsentiert.
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Kurz darauf fährt Bolt seine WM-Siege sechs, sieben und acht ein. In Moskau entscheidet der Jamaikaner das 100-m-Finale in 9,77 Sekunden zu seinen Gunsten.
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Nachdem Bolt auch den Titel über die 200 m (19,66) feiert, gewinnt er am WM-Schlusstag mit der 4x100-Meter-Staffel erneut Gold und löst damit US-Legende Carl Lewis als erfolgreichsten Athleten der Weltmeisterschafts-Geschichte ab.
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Klar ist aber auch: Der medaillengepflasterte Weg von Usain Bolt ist noch nicht zu Ende.
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Das beweist er auch in Peking: Usain Bolt - wer sonst - siegt einmal mehr über 100 und 200 Meter sowie in der 100-m-Staffel. Der Jamaikaner hat nun bereits elf WM-Titel auf seinem Konto. Er ist und bleibt eine Lichtgestalt.
Schneller als Michael Johnson
Vier Tage nach seinem Sieg über die 100 m gelingt dem "Blitz" das Sprint-Double. Über die 200 m stürmt Bolt erneut zu Gold, wieder bricht er den Weltrekord. In 19,30 Sekunden ist er zwei Hundertstel schneller als Michael Johnson (USA) zwölf Jahre zuvor in Atlanta. Der dritte Triumph folgt 48 Stunden später. Angeführt von Bolt gewinnt Jamaika den Titel in der 4x100-m-Staffel, natürlich wieder in Weltrekordzeit.
Weltrekorde bei der WM in Berlin
Beendet ist Bolts Rekordjagd damit noch lange nicht. Ein Jahr später macht er auch die WM in Berlin zu seiner Bühne. Sieg über 100 m in unfassbaren 9,58 Sekunden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 44,72 km/h. Experten trauen dem Jamaikaner sogar zu, die 200 m unter 19 Sekunden zu laufen. Das schafft Bolt nicht ganz, doch 19,19 Sekunden bedeuten ebenfalls WM-Gold und die Verbesserung seines eigenen Rekordes. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 wiederholt Bolt sein Gold-Triple von Peking. Bei Weltmeisterschaften hat er inzwischen elf Titel gewonnen sowie zweimal Silber geholt.