Golfspieler Martin Kaymer

Martin Kaymer: Der unbekannte Superstar

Sportart: Golf
Disziplin: Einzel
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 28.12.1984
in Düsseldorf
Größe: 184 cm
Gewicht: 74 kg
Beruf: Profisportler

Sportliche Eckdaten

Größte Erfolge
PGA Championship:
7. Platz 2016
1. Platz 2010

US Open:
1. Platz 2014

The Players Championship:
1. Platz 2014


Er ist ein Superstar: erfolgreich, bodenständig und in seiner Sportart auf dem Weg zur Legende. Und trotzdem kommt es bisweilen noch vor, dass er in einer der Altstadt-Kneipen seiner Heimatstadt Düsseldorf sitzt und niemand nimmt Notiz von ihm, dem Golfprofi Martin Kaymer.

Kaymer gefällt es, sich noch immer ganz normal in der Öffentlichkeit bewegen zu können und nicht überall gleich erkannt zu werden. Den "wohl unbekanntesten deutschen Weltstar" nennt ihn die "Süddeutsche Zeitung". Andere sind gemein und bezeichnen ihn als langweilig. "Die Welt denkt, alle Deutschen sind langweilig. Ich bin nicht langweilig, aber ich bin auch nicht verrückt", sagte Kaymer unlängst dem "Hamburger Abendblatt".

Langer als schillerndes Vorbild

Eskapaden sind dem 31-Jährigen fremd, sein Privatleben und seine angebliche Liaison mit Tennis-Sternchen Sabine Lisicki hält er vom Boulevard fern - und allein das reicht, das Stigma des Langweilers verpasst zu bekommen. Irgendwie dient ihm Bernhard Langer auch in dieser Hinsicht als schillerndes Vorbild.

Premiere mit Rekord-Sommer

Der Anhausener, der noch immer auf der "Oldie"-Tour von Sieg zu Sieg reist, hat Golf in Deutschland populär gemacht. Seine Anziehungskraft hat Kaymer hierzulande noch nicht erreicht, aber Langers Rekorde sind vor ihm nicht sicher. Gleich in seinem ersten Sommer auf der Profi-Tour setzte der damals 21-jährige Kaymer vor zehn Jahren bei den Habsberg Classic eine Duftmarke. Als erster nationaler Golfprofi legte er bei einem offiziellen Turnier eine 59er Runde hin - Langer und Tobias Dier hielten den deutschen Rekord bis dahin mit 60 Schlägen.

Perfekter Putt zum Ryder Cup

Martin Kaymer © imago/Icon SMI

Martin Kaymer gewann 2012 den Ryder Cup mit Europa.

Schlag auf Schlag ging es weiter: 2008 wurde er in Abu Dhabi jüngster deutscher Sieger auf der European Tour. Nur ein Jahr später beendete er die Saison auf Platz 13 der Weltrangliste. 2010 schaffte Kaymer als einziger Deutscher nach Langer (1993) bei der US-PGA-Championship einen Major-Sieg - der zweite folgte 2014 bei den US Open. Am 28. Februar 2011 wurde Kaymer Weltranglisten-Erster und blieb für insgesamt acht Wochen auf dem Thron der Branche. Das folgende Jahr begann dann aber weniger gut - bis im September 2012 der Ryder Cup anstand. Kaymer machte den Sieg Europas gegen die USA nervenstark mit einem letzten Putt gegen Steve Stricker perfekt.

Magische Momente

Es war einer dieser magischen Momente, erinnert sich Kaymer als sei es gestern gewesen. In seiner Karriere habe er so etwas zweimal erlebt. "Dass du keinen Zweifel hast, dass du in diesem Augenblick erfolgreich sein wirst", beschreibt er und erzählt von den Turnieren in München 2008 und vom Ryder Cup vier Jahre danach. "Hoffentlich wird es auch bei Olympia so sein", sagte er bei einem Besuch im ZDF-Sportstudio.

"Verwöhnte" Olympia-Verweigerer

Die Lust auf Olympia sei ihm vor ein paar Tagen beim Wäsche aufhängen nachhaltig in die Glieder gefahren. Dass einige Topstars seiner Zunft - wie der Nordire Rory McIlroy ("Olympia ist belanglos") - in Rio nicht starten wollen, versteht Kaymer nicht. Vielleicht, weil "wir extrem verwöhnt sind in unserer Sportart", sagt er auf der Suche nach Erklärungen. Er hoffe, die besten Sportler der Welt im olympischen Dorf zu treffen - und mit der ersten Golf-Goldmedaille seit 112 Jahren nach Hause zu kommen. Mit der Ruhe in den Kneipen seiner Heimatstadt wäre es dann aber wohl vorbei.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 21.08.2016, 07.00 Uhr

Stand: 01.08.16 15:33 Uhr