10:05 min | 05.08.2021 | Das Erste

Freiwasserschwimmen: Wellbrock mit Abstand zu Olympia-Gold

Schwimmen

Goldener Olympia-Triumph für Florian Wellbrock im Freiwasserschwimmen

Weltmeister Florian Wellbrock ist am Donnerstag (05.08.2021) zum größten Erfolg seiner Karriere geschwommen: Im Freiwasserschwimmen über zehn Kilometer setzte er sich klar gegen die Konkurrenz durch und gewann die neunte Goldmedaille für die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Florian Wellbrock, der im Becken von Tokio bereits Bronze über 1.500 m gewonnen hatte, sorgte für das erste Gold für Deutschland in dieser Disziplin und die erste deutsche Schwimm-Goldmedaille bei Olympia seit den Siegen von Britta Steffen 2008 in Peking. Der 23-Jährige dominierte das Rennen über zehn Kilometer von Beginn an und ließ der Konkurrenz keine Chance. Im Ziel hatte er nach 1:48:33,7 Stunden mehr als 25 Sekunden Vorsprung vor dem Ungarn Kristof Rasovszky (1:48:59,0). Bronze sicherte sich Europameister Gregorio Paltrinieri aus Italien (1:49:01,1).

"Es fühlt sich ein bisschen surreal an"

"Das ist unglaublich, es fühlt sich ein bisschen surreal an", sagte Wellbrock nach der Siegerehrung im ARD-Interview. "Ich glaube, ich brauche noch ein bisschen, um das zu realisieren. Das habe ich mir vorher nicht erträumt."

Der gebürtige Bremer kam mit den schwierigen Bedingungen im Odaiba Marine Park in der Bucht von Tokio bei Luft- und Wassertemperaturen um 30 Grad Celsius am besten klar. Der zweite deutsche Schwimmer, Rob Muffels, wurde Elfter (1:53:03,3). Bei der WM vor zwei Jahren war der 26-Jährige Dritter über die Zehn-Kilometer-Distanz geworden.

02:00 min | 05.08.2021 | Das Erste

Wellbrock holt Olympia-Gold: "Fühlt sich ein bisschen surreal an"

Florian Wellbrock schwimmt im Freiwasser zu Gold und kann im ARD-Interview sein Glück kaum in Worte fassen.

Hohes Tempo, keine Schwäche

Wellbrock setzte sich gleich nach dem Start an die Spitze des Feldes und schwamm vorne weg. In der ersten Hälfte des Rennens betrug sein Vorsprung auf die ersten Verfolger im 26-köpfigen Feld zwischenzeitlich mehr als 30 Sekunden. Der 23-Jährige vom SC Magdeburg sandte im kraftvollen Vorwärtsgang ein klares Signal an die Konkurrenz: Wer eine Medaille will, muss an mir vorbei.

Florian Wellbrock jubelt nach dem Freiwasserschwimmen bei den Olympischen Spielen in Tokio. © dpa picture alliance Foto: Oliver Weiken

Florian Wellbrocks Leistung im Freiwasser war eine Demonstration der Stärke.

Um genug Power für die Schlussphase des Rennens zu haben, ließ sich der Weltmeister von 2019 bei den Verpflegungsstellen aber immer genug Zeit zum Trinken. Der Franzose Marc-Antoine Olivier nahm auch deshalb nach der dritten von insgesamt sieben 1,4-Kilometer-Runden Wellbrock die Führung ab, aber das gehörte offensichtlich auch zur Renntaktik des Deutschen. Mit weiter hohem Tempo bestimmte er in der Folge den Rhythmus des Olympia-Rennens. Zu Beginn der letzten Runde lag er fünf Sekunden vorne - und diesen Vorsprung baute er dann auf dem letzten Kilometer noch auf imponierende Weise aus.

"Florian ist von Anfang an sein eigenes Rennen geschwommen und hat das Rennen klar in der Hand gehabt", lobte der frühere deutsche Schwimm-Star Franziska van Almsick. "Hut ab, das war absolut verdient", sagte Michael Groß, der 1988 in Seoul das bislang letzte Gold eines deutschen Schwimmers gewonnen hatte: "Es ist extrem wichtig, dass das deutsche Schwimmen aus dem Tal der Tränen wieder rausgekommen ist. Aber Tokio kann nur der erste Schritt gewesen sein."

"Blech" über 800 m weggesteckt

Wellbrock, dessen Verlobte Sarah Köhler über 1.500 m ebenfalls Olympia-Bronze in Tokio gewonnen hat, hatte sich vom Trubel um seine Person als größter Hoffnungsträger der deutschen Schwimmer schon vor Olympia nicht aus dem Konzept bringen lassen. "Er ist zu einem fokussierten, klaren und ruhigen Athleten geworden, der meinen großen Respekt verdient. Es ist vor allem seine mentale Stärke, die mich begeistert und dieser klare, ruhige Wille zu gewinnen", so van Almsick.

Der in Magdeburg bei Bundestrainer Bernd Berkhahn trainierende Schwimmer präsentierte sich in den Tagen von Tokio hochkonzentriert und steckte auch einen ärgerlichen vierten Platz in seinem ersten Finale weg. Über 800 m fehlten ihm nur 35 Hundertstelsekunden zu Bronze. "Vielleicht habe ich den kleinen Dämpfer über 800 m gebraucht, um heute so stark zurückzukommen", sagte Wellbrock nach dem Gold-Triumph in der Bucht von Tokio im ZDF.

Ergebnisse

Freiwasserschwimmen, 10 km, Männer, Rennen

Gold Flagge Deutschland GER Florian Wellbrock
Silber Flagge Ungarn HUN Kristof Rasovszky
Bronze Flagge Italien ITA Gregorio Paltrinieri
4. Flagge Israel ISR Matan Roditi
5. Flagge Griechenland GRE Athanasios Kynigakis
11. Flagge Deutschland GER Rob Muffels

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia Tokio 2020 | 06.08.2021 | 01:05 Uhr

Stand: 05.08.21 07:26 Uhr