Der Deutschland-Achter mit Steuermann Martin Sauer (v.l.), Schlagmann Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger und Johannes Weißenfeld © picture alliance/SVEN SIMON Foto: Elmar Kremser

Rudern

Wegen Coronavirus: Ruder-Achter zieht um

Portugal statt Italien: Der Ruder-Achter muss wegen der Ausbreitung des Coronavirus sein Trainingslager verlegen. Für den Schweriner Schlagmann Hannes Ocik die einzig richtige Entscheidung.

Die Coronavirus-Epidemie wirkt sich mittlerweile auch auf die Olympia-Vorbereitung vieler deutscher Sportler aus. Wettkämpfe werden abgesagt oder verschoben, Trainingslager an andere Orte verlegt. Auch die Ruderer des Deutschland-Achters müssen kurzfristig umplanen. Auf der nächsten Etappe ihrer Olympia-Vorbereitung ziehen sie von Italien nach Portugal um. Das Trainingslager, das vom kommenden Sonntag an in Gavirate in der Lombardei stattfinden sollte, wurde wegen der Quarantäne-Bestimmungen in Norditalien abgesagt. Stattdessen trifft sich die Besatzung des deutschen Paradebootes vom 6. bis 23. März in Lago Azul in Portugal.

Ocik: "Einzig richtige Entscheidung"

"In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele war das die einzig richtige Entscheidung", sagte Schlagmann Hannes Ocik am Mittwoch (26.2.2020) dem NDR. Zum einen sei es logistisch gar nicht möglich, wegen der vielen Einschränkungen und Auflagen in der von der Epidemie betroffenen Region in Norditalien das Trainingslager aufrechtzuerhalten. "Zum anderen wäre es einfach unverantwortlich, sich in der Olympia-Vorbereitung dem Risiko der Ansteckungsgefahr zu stellen."

Mehr Regen und Wind als in Italien

Der 28 Jahre alte Schweriner, der mit dem Deutschland-Achter vor vier Jahren in Rio Silber geholt hatte, geht davon aus, dass der Ortswechsel ihn und seine Kollegen nicht erheblich beeinträchtigen wird. "Es kann in Portugal regnerischer und windiger sein zu der Jahreszeit als in Italien. Aber wir waren vor zwei Wochen schon in Lago Azul im Trainingslager und konnten dort gut arbeiten. Wir werden als Mannschaft das Beste daraus machen."

Gleichwohl gehe es für einen eher finanzschwachen Verband wie den Deutschen Ruderverband an die Belastungsgrenzen, kurzfristig ein Trainingslager zu canceln und ein neues zu finanzieren. "Aber ich denke, dass das im Hinblick auf die Olympischen Spiele und die Ergebnisse, die eingefahren werden sollen, einfach notwendig ist", sagte Ocik.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 26.02.20 15:54 Uhr