Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne © imago images/ITAR-TASS

Doping

Causa Russland: CAS-Verhandlung wohl im Sommer

Nach diversen Doping-Skandalen ist Russland für vier Jahre bei internationalen Sport-Großereignissen gesperrt. Die Russen haben jedoch Einspruch eingelegt, der wohl im Sommer vor dem CAS verhandelt wird. Sollte sich die Verhandlung jedoch weiter verzögern, droht Russland sogar das Aus für die Olympischen Spiele 2024.

Die endgültige Entscheidung über die Vier-Jahres-Sperre für russische Athleten könnte möglicherweise doch noch in diesem Sommer fallen. Matthieu Reeb, Generalsekretär des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, sagte dem Branchenportal "Inside the Games", dass mit den Beteiligten Termine für Juni und Juli diskutiert worden seien. Der spätere Zeitpunkt sei aber "der realistischste".

Russland für vier Jahre gesperrt

Nach diversen Dopingskandalen - unter anderem wurden Daten von Athleten manipuliert - hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Dezember 2019 die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA für vier Jahre gesperrt. Die Konsequenz: Es dürfen nur vereinzelte Athleten aus Russland bei Olympia oder Weltmeisterschaften nach individueller Prüfung als "neutrale" Sportler ohne Nationalfahne- und hymne  antreten. Dies hätte auch auch für die verlegten Tokio-Spiele gegolten.

Dagegen hat die Rusada Einspruch eingelegt. Der Fall wird sportjuristisch letztinstanzlich vor dem  CAS in Lausanne verhandelt. Allgemein wird damit gerechnet, dass das WADA-Urteil bestätigt wird. Eine öfffentliche Anhörung hat der CAS allerdings bereits abgelehnt.

Es droht sogar das Aus für Olympia 2024

Eigentlich sollte über Russlands Sperre demnächst entschieden werden. Der CAS hat seine Arbeit jedoch aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres eingestellt. Für Russland könnte es gravierende Folgen haben, falls der Sportgerichtshof das Verfahren nicht wie von Reeb angedeutet im Juni oder Juli verhandelt.

Da die Sanktionen erst nach der Berufungsverhandlung vor dem CAS endgültig in Kraft treten, könnte dies für Russland das Aus sogar für die Olympischen Spiele 2024 in Paris bedeuten: Denn sollte erst im Herbst eine CAS-Entscheidung fallen, würde Russland erst nach den Spielen in Frankreichs Hauptstadt wieder als eigenständige Nation startberechtigt sein.

Denkbar ist allerdings aufgrund der Corona-Krise auch, dass es im Hinblick auf das Strafmaß in manchen Punkten gnädigere Regelungen gibt, da Russland nicht für die Verzögerung des Verfahrens verantwortlich ist.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 02.04.20 10:40 Uhr