05:57 min | 01.08.2021 | Das Erste

Glücklicher Geschke freut sich über Aufhebung der Quarantäne

Radsport

"Freue mich auf Frischluft" - Geschke hat Olympia-Quarantäne-Hotel verlassen

Radprofi Simon Geschke ist nach dem Ende seiner Corona-Quarantäne auf dem Weg nach Deutschland - ganz ohne Turbulenzen ging die Entlassung am Sonntag (01.08.2021) aber nicht über die Bühne.

"Freundin und Hund begrüßen, das Bier steht kalt. Und dann geht es auf den Balkon, Frischluft genießen." Der deutsche Radprofi Simon Geschke ist nach acht Tagen umstrittenem Aufenthalt in einem Quarantäne-Hotel in Tokio auf dem Heimweg - und freut sich auf die ganz einfachen Dinge.

"Erleichterung, auf freiem Fuß zu sein"

Der 35-Jährige wurde am Sonntag gegen Vormittag Ortszeit aus dem Quarantäne-Hotel entlassen. Im Sportschau-Interview direkt nach der Entlassung sagte der Berliner erleichtert: "Es ist schön. Ich habe die ganze Woche aus dem Fenster geschaut und dachte mir, es wäre schön, hier einmal langzulaufen. Es ist eine Erleichterung, auf freiem Fuß zu sein."

Die Bedingungen? "Unmenschlich"

Geschke, der einen Tag vor dem Straßenrennen am 24. Juli, trotz doppelter Impfung positiv auf das Coronavirus getestet wurde und trotz niedrigen CT-Werten in ein Quarantäne-Hotel musste, erneuerte auch nach der Entlassung seine Kritik an den Umständen der Isolation: "Mein größtes Problem war die fehlende Frischluft, gefolgt vom Essen, gefolgt von der Wäsche im Waschbecken. Es waren viele kleine Sachen, die einem tagsüber die Laune verdorben haben", sagte Geschke, der in den vergangenen Tagen auf wenigen Quadratmetern zudem kaum trainieren konnte. "Wenn man nicht mal ein Plastikmesser bekommen darf, um Obst zu schneiden. Oder das Fenster verriegelt wird, kann man das schon als unmenschlich beschreiben", so Geschke.

Geschke kritisiert IOC: "Macht es sich etwas leicht"

Wegen der Bedingungen in der Quarantäne-Unterkunft hatte es viel Kritik gegeben. Niederländische Sportler waren sogar in einen Sitzstreik in der Hotellobby getreten und hatten sich dadurch das Recht erkämpft, täglich 15 Minuten unter Aufsicht eine Viertelstunde an einem offenen Fenster stehen zu dürfen. Geschke bezog explizit auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) in seine Kritik ein:

"Ich denke, dass es sich das IOC vielleicht ein bisschen leicht macht, die Verantwortung von sich zu schieben. Nach einem Jahr Planung jetzt zu dieser Lösung zu kommen und zu sagen, das haben die japanischen Behörden entschieden - sonst will das IOC überall mitreden. Und jetzt heißt es einfach, da haben wir nicht zu sagen. Das finde ich ein bisschen komisch", sagte der neunmalige Tour-de-France-Starter.

Turbulenzen vor der Entlassung

Und auch seine schwer erkämpfte vorzeitige Entlassung ging nicht ganz problemlos über die Bühne. Da Hotel verweigerte Geschke das Verlassen des Hotels, weil sich davor Kamerateams postiert hatten - die Polizei versuchte, die Pressevertreter zu vertreiben. Erst durch diplomatische Vermittlung des deutschen Botschafters durfte Geschke mit eineinhalbstündiger Verspätung schließlich raus und auch Interviews geben. "Jetzt freue ich mich auf den Heimflug, dann Tür aufschließen. Ich hoffe, der Schlüssel passt noch, ich war ja jetzt ein paar Tage nicht da", schmunzelte der Radsport-Profi.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia Tokio 2020 | 02.08.2021 | 02:00 Uhr

Stand: 01.08.21 08:38 Uhr

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Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge USA USA 39 41 33
2. Flagge Volksrepublik China CHN 38 32 18
3. Flagge Japan JPN 27 14 17
4. Flagge Großbritannien GBR 22 21 22
5. Flagge Russisches Olympisches Komitee ROC 20 28 23
6. Flagge Australien AUS 17 7 22
7. Flagge Niederlande NED 10 12 14
8. Flagge Frankreich FRA 10 12 11
9. Flagge Deutschland GER 10 11 16
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