DOSB-Präsident Alfons Hörmann (l.) und IOC-Präsident Thomas Bach © imago/Sven Simon Foto: imago/Sven Simon

Corona-Krise

DOSB für Olympia erst im nächsten Jahr

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes plädiert für eine Verschiebung der Olympischen Spiele ins Jahr 2021. Zudem kritisiert Alfons Hörmann die Kommunikation des IOC.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Prüfung einer Verlegung der Olympischen Spiele durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) begrüßt und bevorzugt eine Austragung im nächsten Jahr. Da auch ein Termin in diesem Herbst angesichts der Coronakrise keine sichere Alternative darstellen würde, "präferieren wir eine Verlegung mindestens ins nächste Jahr", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Montag (23.3.20).

Prüfung der Verlegung "längst fälliger Schritt"

Das IOC mit Präsident Thomas Bach hatte am Sonntag (22.3.20) eine Vier-Wochen-Frist verkündet, um eine Entscheidung über die Verlegung der Sommerspiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) aufgrund der Corona-Pandemie zu treffen. "Die Prüfung der Verlegung ist ein richtiger und in Anbetracht der aktuellen gesundheitlichen Weltlage längst fälliger Schritt", sagte Hörmann.

Hörmann mahnt offene Kommunikation an

"Allerdings hätten wir uns bereits jetzt eine klare Aussage dahingehend gewünscht, dass die Spiele definitiv nicht zum geplanten Termin stattfinden können und nun über denkbare Alternativen beraten wird." Hörmann erwartet eine klare Kommunikation des IOC. "Die öffentliche Wahrnehmung des IOC und des gesamten Sports wird nun ganz entscheidend davon geprägt, wie in den nächsten vier Wochen die weiteren Schritte offen kommuniziert und konsequent umgesetzt werden", sagte der DOSB-Präsident.

Innenministerium verweist auf Autonomie des Sports

Das Bundesinnenministerium, das deutsche Spitzensportler fördert, hält sich in der Debatte bislang zurück. Solche Entscheidungen würden in der Regel vom Sport autonom getroffen, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. "Ob und inwieweit diese Autonomie hier an ihre Grenzen kommt, das muss man sehen." Man stehe im "dauerhaften, engen Austausch" mit dem DOSB. Über konkrete Vorbereitungen, die deutsche Mannschaft möglicherweise nicht zu den Spielen zu schicken, sei derzeit nichts bekannt, sagte der Sprecher.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 23.07.2020 | 09:05 Uhr

Stand: 23.03.20 16:49 Uhr