01:30 min | 23.07.2021 | Das Erste

Rudern: Zeidler gewinnt seinen Olympia-Vorlauf im Einer

Rudern

Olympia: Gold-Favorit Zeidler startet mit Vorlauf-Sieg

Ruderer Oliver Zeidler ist souverän in die Olympischen Spiele in Tokio gestartet. Er gewann seinen Vorlauf locker. Stark auch der Doppelvierer der Frauen. Drei deutsche Boote müssen dagegen in die Hoffnungsläufe.

Der Ingolstädter Zeidler war am Freitag (23.07.2021) im Einer-Wettkampf der Ruderer in seinem Vorlauf nicht zu schlagen und untermauerte seine Medaillen-Ambitionen eindrucksvoll. Der Weltmeister von 2019 war einen Tag vor seinem 25. Geburtstag im sechsten Vorlauf in 7:00,40 Minuten uneinholbar. Zeidler führte in seinem Rennen von Beginn an und hatte schon bei der ersten 500-Meter-Zwischenzeit einen komfortablen Vorsprung, auf den letzten 500 Metern konnte er noch Kräfte sparen.

Zeidler: "Anstrengung überschaubar"

"Das Rennen war wichtig, um reinzukommen. Von der Anstrengung war es sehr überschaubar bei mir", sagte Zeidler, der erst 2016 vom Schwimmen zum Rudern gewechselt war. "Es lief gut, so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich kann mich nicht beschweren. Ich bin sehr gut zurechtgekommen", ergänzte der zweifache Europameister.

Auch Zeidlers Konkurrenten im Vorlauf souverän

Neben Zeidler gewannen auch der WM-Zweite und der -Dritte von 2019, der Däne Sverri Sandberg Nielsen (7:02,88 Minuten) und der Norweger Kjetil Borch (6:54,46 Minuten), ihre Vorläufe souverän. Borch, der gleich im ersten Vorlauf am Start war, legte bei sonnigem Wetter mit mäßigem Wind damit die Bestzeit aller Vorläufe auf den "Sea Forest Waterway".

Die Viertelfinals gehen am Sonntag (25.07.2021) ab 4.40 Uhr MESZ über die Bühne, die Halbfinals starten am Mittwoch (28.07.2021) ab 4.18 Uhr, bevor es am Donnerstag (29.07.2021) ab 2.45 Uhr im Finale um die Medaillen geht.

Doppelvierer-Frauen im Finale

Ebenfalls erfolgreich auf der 2.000-Meter-Strecke in der Tokio Bay war der Doppelvierer der Frauen. Das Quartett Daniela Schultze, Franziska Kampmann, Carlotta Nwajide und Frieda Hämmerling feierte einen etwas überraschenden Vorlauf-Sieg gegen das starke Boot aus den Niederlanden und erreicht das Finale am Dienstag (27.07.2021). Die Frauen des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) konnten das "Oranje"-Boot um 1,14 Sekunden auf Rang zwei verweisen. Im Doppelvierer gewann der DRV vor fünf Jahren Olympia-Gold, in Tokio ist aber keine der Olympiasiegerinnen von Rio mehr am Start.

01:22 min | 23.07.2021 | Das Erste

Frauen-Doppelvierer siegt und steht im Finale

Der Doppelvierer mit Schultze, Kampmann, Nwajide und Hämmerling kämpft nach dem Vorlauf-Sieg im Finale um eine Medaille.

Extrarunde für Doppelvierer-Männer

Die deutschen Doppelvierer-Männer um Tim Ole Naske, Karl Schulze, Hans Gruhne und Max Appel schafften die direkte Final-Quali nicht. Das Quartett geriet gegen die starken Polen und Italiener von Beginn an in Rückstand und beendete den Vorlauf in 5:50,11 Minuten abgeschlagen als Letzter mit 10,86 Sekunden Rückstand auf die polnischen Vorlauf-Sieger. Der Hoffnungslauf startet am Sonntag (25.07.2021) - von sechs Booten schaffen es nur zwei Doppelvierer ins Finale.

Männer-Doppelzweier in den Hoffnungslauf

In den Hoffnungslauf müssen auch Stephan Krüger und Marc Weber im Doppelzweier. Das Duo aus Frankfurt und Gießen verpasste als Vorlauf-Vierter die direkte Halbfinal-Qualifikation der Top 3. Der 31-jährige Krüger und sein neun Jahre jüngerer Teamkollege Weber kämpfen nun am Samstag (24.07.2021) um den Einzug ins Halbfinale. Den Vorlauf-Sieg sicherten sich die französischen Weltmeister von 2018, Hugo Boucheron und Matthieu Androdias, vor den 2019-Weltmeistern Zhiyu Liu und Liang Zhang aus China.

Frauen-Doppelzweier Letzte - Menzel mit Problemen

Auch der deutsche Doppelzweier der Frauen muss eine Extrarunde drehen. Annekatrin Thiele und Leonie Menzel wurden in ihrem Vorlauf nur Vierte und müssen in den Hoffnungslauf am Samstag (24.07.2021). Das Duo aus Leipzig und Düsseldorf ging couragiert in das Rennen und führte zu Beginn sogar. Doch mit zunehmender Strecke verloren die Deutschen Tempo - im Ziel war das Boot dann nur Vierter. Eigentlich hatten die dreifache Olympiamedaillen-Gewinnerin Thiele (36) und ihre 15 Jahre jüngere Boots-Mitinsassin Wenzel den Finaleinzug als Ziel für Olympia ausgegeben.

Doch vor allem Wenzel hatte während des Rennens bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius Probleme und konnte nicht mit voller Kraft rudern. Die Europameisterin wurde nach dem Rennen mit einem Rollstuhl in ein nahe liegendes Funktionsgebäude gefahren. Kurze Zeit später gab Menzels Trainer Thomas Affelt Entwarnung. "Es war eine Kombination aus Anstrengung und Hitze, denn es war ein harter Bord-an-Bord-Kampf. Der Kreislauf war immer stabil, es ist halt so, dass die Sportler an ihre Grenzen gehen, wenn es drauf ankommt", sagte er.

Drei Medaillen 2016

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war das deutsche Ruder-Team mit drei Medaillen abgereist. Die beiden Doppelvierer gewannen Gold, zudem holte der Deutschland-Achter Silber. Der Achter, das DRV-Flaggschiff, geht am Sonntag (25.07.2021) zum Vorlauf ins Wasser.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Olympia 2020 in Tokio | 22.07.2021 | 09:05 Uhr

Stand: 23.07.21 05:01 Uhr