Bilanz
Olympia in Rio: Glanz, Kritik und schwere Zeiten
von Bettina Lenner, sportschau.de

Die Olympischen Spiele in Rio, die ersten in Südamerika, sind Geschichte. Probleme gab es viele, aber auch großartigen Sport und glanzvolle Momente. Das Thema Doping war allgegenwärtig. Eine Bilanz.
Es war kein leichtes Erbe, das Rio de Janeiro nach dem heiteren, unbeschwerten Sportfest vier Jahre zuvor in London antrat. Und tatsächlich werden die ersten Olympischen Spiele in Südamerika wohl nicht als besonders gute in die Geschichte eingehen. Hoffnungsvoll gestartet in einem aufstrebenden Brasilien, fehlte es der Olympia-Stadt Monate vor der feierlichen Eröffnung am Nötigsten: Wettkampfstätten wurden erst auf den letzten Drücker fertig, im olympischen Dorf erlebten die Athleten Pfusch am Bau, das Geld reichte vorne und hinten nicht. Finanznotstand, Zika, Kriminalität - Olympia kam in Anbetracht der vielen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Probleme zur Unzeit.
Thema Doping schwebt über allem

Das russische Team war am Ende alles andere als klein.
Zudem trat unter dem Brennglas des größten Sportereignisses der Welt das Glaubwürdigkeitsproblem des Sports offen zutage. Das Thema Doping schwebte über allem - und hatte die Sommerspiele beschädigt, noch bevor sie begonnen hatten. Dürfen russische Athleten am Zuckerhut starten? Ja, nein, vielleicht - die zentrale, wenn nicht sogar zentralste Frage dieser Spiele ließ das Internationale Olympische Komitee (IOC) unbeantwortet. Die Herren der Ringe mit Präsident Thomas Bach an der Spitze verzichteten auf einen Komplett-Ausschluss Russlands, reichten stattdessen die Verantwortung an die Weltverbände weiter - und lösten damit ein Chaos aus, wie es die Welt in 120 Jahren Olympia nicht gesehen hat. Die Wettkämpfe liefen schon, da war noch immer nicht klar, wie viele Russen wohl starten würden. Am Ende waren es rund 280 - darunter Weitspringerin Darja Klischina als einzige russische Leichtathletin.
Stepanowa darf nicht starten
Nicht vom IOC zugelassen war aus "ethischen Gründen" 800-m-Läuferin Julia Stepanowa, die als Kronzeugin gegenüber ARD-Journalist Hajo Seppelt das staatlich gelenkte russische Dopingsystem aufgedeckt hatte. "Das Signal ist: Wenn Du Deinen Mund aufmachst, wirst Du nie ein Olympia-Athlet sein", beklagte die Whistleblowerin, die seit ihren Enthüllungen mit ihrem Mann Witali und dem kleinen Sohn an einem unbekannten Ort in den USA lebt - und um ihr Leben fürchtet, wie sie am Rande der Spiele sagte: "Wenn uns etwas passiert, sollten alle wissen, dass dies kein Unfall ist.“
Deutsche Bilanz fällt durchwachsen aus
Mehr Gold, aber auch große Sorgen - der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zog eine zwiespältige Olympia-Bilanz. Die Gesamtzahl von 2012 (44 Medaillen) wurde nicht, die moderate Zielmarke von 42 bis 71 Mal Edelmetall mit 42 Medaillen gerade so eben erreicht. Immerhin liefen die Spiele für die mit 423 Athleten zweitgrößte deutsche Mannschaft aller Zeiten nach einem starken Schlussspurt viel besser als nach dem Stotterstart mit drei medaillenlosen Wettkampftagen zunächst gedacht. Am Ende schlug 17 Mal Gold zu Buche - rund 50 Prozent mehr als in London (11). Fleißigste Medaillensammler waren mit sieben Mal Edelmetall die Kanuten um Doppel-Olympiasieger Sebastian Brendel, die der tragische Tod von Kanu-Slalom-Trainer Stefan Henze nach einem schweren Verkehrsunfall in tiefe Trauer gestürzt hatte. Auch auf die Reiter (6 Medaillen) und die vor vier Jahren noch auf ganzer Linie gescheiterten Schützen (5) war Verlass.
Neuer Abschnitt
Erfolge
Die deutschen Medaillengewinner von Rio
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Das Team der deutschen Vielseitigkeitsreiter bricht den Medaillenbann und beschert Deutschland die erste Medaille dieser Olympischen Spiele: Sandra Auffarth, Michael Jung, Ingrid Klimke und Julia Krajewski (v.l.n.r.) freuen sich über Silber im Mannschaftswettbewerb.
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Kurz nach dem Erfolg mit dem Team legt Michael Jung im Einzel nach und verteidigt seinen Olympiasieg von 2012: Gold im Vielseitigkeitsreiten für Jung und Sam.
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Die dritte Medaille für die deutsche Olympiamannschaft holt die Sportschützin Monika Karsch, die Silber im Schießen über 25 Meter mit der Sportpistole gewinnt.
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Judoka Laura Vargas Koch gewinnt für Deutschland Bronze in der Gewichtsklasse bis 70 kg. Im Kampf um Platz 3 besiegt sie die aktuelle Vize-Weltmeisterin Maria Bernbeu aus Spanien.
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Das zweite Gold der Spiele gibt es für den deutschen Doppelvierer der Männer. Hans Gruhne, Karl Schulze, Lauritz Schoof und Philipp Wende (v.l.n.r.) laufen nach 6:06,81 Minuten ins Ziel ein.
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Wie die Männer, so die Frauen: Nur wenige Minuten nach der Goldmedaille für die Männer zieht der Frauen-Doppelvierer nach. Lisa Schmidla, Julia Lier, Carina Baer und Annekatrin Thiele (v.l.n.r) bejubeln ihren Erfolg.
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Den Erfolg der deutschen Schützinnen rundet Barbara Engleder im Dreistellungskampf ab: Die Sportschützin aus Bayern holt Gold und ist danach "total geflasht".
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Knapp am Titel vorbeigeschossen hat die Bogenschützin Lisa Unruh: Die Berlinerin sichert sich Silber und sorgt so für eine Sensation. Ihr Ziel war ein Platz unter den besten Zehn.
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Henri Junghänel behält im Finale eine ruhige Hand und holt die nächste Goldmedaille im Schießen. In der Disziplin Kleinkaliber liegend lässt der 28 Jahre alte Darmstädter seinen Konkurrenten keine Chance.
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2012 mussten sich die deutschen Dressurreiter Großbritannien geschlagen geben. Diese "Schmach" machen Isabell Werth, Dorothee Schneider, Sönke Rothenberger und Kristina Bröring-Sprehe (v.l.n.r.) im Mannschaftswettbewerb in Rio wieder wett: Gold ist wieder zu Hause!
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Bronze-farbener Jubel: Die deutschen London-Olympiasieger Miriam Welte (r.) und Kristina Vogel gewinnen das Duell um Platz drei im Bahnrad-Teamsprint gegen Australien.
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Gold wollten sie haben, Silber bekommen sie: Im olympischen Finale muss sich der deutsche Ruder-Achter Großbritannien geschlagen geben. Maximilian Reinelt und Co. zeigen sich danach als faire Verlierer: "Sie haben uns gezeigt, wo Barthel den Most holt und wie man ein Finale fährt. Sie waren uns körperlich überlegen"
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Vor vier Jahren triumphiert in London Robert Harting im Diskusring, 2016 springt sein Bruder Christoph ganz nach oben aufs Podest. Dieses Gold ist eines der überraschendsten der Spiele von Rio bisher.
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Bei der Diskus-Siegerehrung wird ein weiterer deutscher Athlet geehrt: Im "Windschatten" von Harting wirft Daniel Jasinski die Scheibe auf die Bronzeplatz-Weite.
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Dann ist es wieder an der Zeit für eine Goldmedaille fürs deutsche Team: Christian Reitz gewinnt das Finale mit der Schnellfeuerpistole. Unmittelbar danach zeigt sich, dass sein Medaillenhunger noch nicht gestillt ist: Auch in Tokio 2020 will Reitz wieder dabei sein.
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Angelique Kerber hatte immer wieder den für sie hohen Stellenwert der Olympischen Spiele deutlich gemacht. Auf der Jagd nach Gold ist sie dominant bis ins Finale eingezogen. Doch am Ende muss sie sich einer weltklasse aufspielenden Monica Puig aus Puerto Rico geschlagen geben. Kerber gewinnt also Silber.
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Am Stufenbarren holt die deutsche Turnerin Sophie Scheder überraschend Bronze. Mit einer klasse Übung wird sie knapp vor Elisabeth Seitz Dritte.
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Beim Dressurreiten liefert Isabell Werth auf Weihegold bei der Grand Prix Kür eine insgesamt starke Leistung ab und sichert sich so Silber.
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Ebenfalls auf das Podium schafft es Kristina Bröring-Sprehe, die mit Desperados Bronze erkämpft und damit für einen erfolgreichen Tag des deutschen Pferdesports sorgt.
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Beim Ringen im Mittelgewicht (bis 85 kg) gewinnt Denis Kudla überraschend die Bronzemedaille.
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Sebastian Brendel wiederholt seinen Erfolg: Nach Gold in London 2012 holt er auch in Rio den Olympia-Titel über 1000 m im Canadier-Einer.
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Vom Erfolg geküsst: Die Kanutinnen Franziska Weber (l.) und Tina Dietze gewinnen Silber im Kajak-Zweier über die 500 m.
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Endlich Gold! Der Turner Fabian Hambüchen krönt seine einzigartige Karriere mit einem Olympiasieg am Reck.
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Nach Bronze im Teamsprint setzt Bahnradfahrerin Kristina Vogel im Einzelsprint noch einen drauf und gewinnt Gold in der Königsdisziplin.
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Endlich eine Medaille für den Wasserspringer Patrick Hausding: Zweimal musste er sich bei diesen Olympischen Spielen bereits mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Im Einzelspringen vom 3-Meter-Brett hat er es endlich aufs Treppchen geschafft und freut sich über seine Bronzemedaille.
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Die deutschen Tischtennisspielerinnen Ying Han, Xiaona Shan und Petrissa Solja (v.l.n.r.) spielen ein überragendes Turnier und müssen sich am Ende nur den Favoritinnen aus China geschlagen geben. Sie dürfen sich über die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb freuen.
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Christian Ahlmann, Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum und Daniel Deußer (v.l.) präsentieren stolz ihre Bronzemedaillen. Es ist die insgesamt sechste Medaille für die deutschen Reiterinnen und Reiter in Rio.
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Dreifacher Jubel über Platz drei: Bastian Steger (l.), Timo Boll (M.) und Trainer Jörg Roßkopf freuen sich - gemeinsam mit Dimitrij Ovtcharov (nicht im Bild) über Bronze im Tischtennis-Teamwettbewerb. Der nötige Sieg gelingt gegen Südkorea.
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Am Ziel ihrer Träume: Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst gewinnen Gold im Beachvolleyball. Im Stadion am Strand der Copacabana besiegen sie das brasilianische Duo Agatha/Barbara glatt in zwei Sätzen - und schreiben damit Geschichte: Zum ersten Mal gewinnt ein europäisches Frauen-Duo olympisches Beach-Edelmetall.
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Überragendes Kanuten-Duo: Die amtierenden Weltmeister Marcus Groß (r.) und Max Rendschmidt erreichen im Kajak Zweier über 1000 Meter knapp, aber letztlich doch hochverdient den ersten Platz.
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Im Spiel um Platz drei bei den Hockey-Herren sichert Torwart Nicolas Jacobi (r.) der deutschen Mannschaft mit einem entschärften Ball beim Penaltyschießen die Bronzemedaille.
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Bronze bei den 49ern holen die beiden Segler Erik Heil und Thomas Plößel. Zur Feier des Tages nehmen sie ein Bad in der Bucht.
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Deutschlands Hockey-Damen siegen im Spiel um Platz drei mit 2:1 gegen Neuseeland und sichern sich Bronze.
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Sein Halbfinale gegen den Kubaner Lorenzo Sotomayor Collazo kann Boxer Artem Harutyunyan nicht gewinnen. Dennoch freut er sich anschließend über die Bronzemedaille, die ihm sicher ist.
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Im Fußball-Finale der Frauen haben die deutschen Spielerinnen gegen Schweden lange alles im Griff. Am Ende wird es noch einmal etwas knapp, aber letztlich gewinnt die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid verdient mit 2:1 - das erste Olympia-Gold für deutsche Fußballfrauen ist perfekt.
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Zitterpartie: Der deutsche Kanute Ronald Rauhe kommt im Kajak-Einer-Rennen über 200 m zeitgleich mit dem Spanier Saul Craviotto (Hintergrund) ins Ziel. Am Ende gibt es zwei dritte Plätze - und damit Bronze für Rauhe.
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Mit einem unglaublichen Schlusssprint gewinnen die deutschen Kanuten Sebastian Brendel (r.) und Jan Vandrey Gold im Canadier-Zweier über 1000 Meter.
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Die deutschen Kanutinnen schaffen es im Kajak-Vierer überraschend auf Platz zwei hinter den Favoritinnen aus Ungarn. Die Freude bei Sabrina Hering (Hannover), Franziska Weber (Potsdam), Steffi Kriegerstein (Dresden) und Tina Dietze (Leipzig) über Silber ist groß.
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Doch damit noch nicht genug: Auch der Kajak-Vierer der Männer gibt erfolgreich Gas. Mit über einer Bootslänge Vorsprung kommen Max Rendschmidt (Essen), Tom Liebscher (Dresden), Max Hoff (Essen) und Marcus Groß (Berlin) als Olympiasieger ins Ziel.
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Nach dem verlorenen Finale gegen Brasilien zeigt sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft um Davie Selke, Lars Bender, Max Meyer, Sven Bender, Niklas Süle und Matthias Ginter (v.l.n.r.) eher enttäuscht als jubelnd. Trotzdem nehmen sie die Silbermedaille mit nach Hause.
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Er kann es selbst kaum fassen. Thomas Röhler holt Gold im Speerwerfen. Mit 90,30 Meter wirft er gut 2 Meter weiter als der zweitplazierte Kenyaner Julius Yego.
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Der amtierende Handball-Europameister Deutschland strahlt über Bronze. Nach dem unglücklichen und knappen Halbfinal-Aus gegen Frankreich gelingt im Spiel um Platz drei ein deutlicher und ungefährdeter 31:25-Erfolg gegen Polen.
Fußballer wunderbar - Harting sonderbar
Eine Renaissance erlebten in Rio die Ballsportarten - wie Fußball. Die DFB-Frauen holten im legendären Maracanã-Stadion zum Abschied von Bundestrainerin Silvia Neid erstmals Gold, die Männer nach einem Finalkrimi gegen Brasilien Silber. Bemerkenswert: Durch die vielen Mannschaftserfolge kehren 150 Athleten und damit jeder dritte deutsche Olympia-Teilnehmer mit einer Medaille vom Zuckerhut zurück.

Erstmals Olympiasieger: Deutschlands Fußball-Frauen.
Strahlende Helden wie Turn-Star Fabian Hambüchen, dessen Teamkollege Andreas Toba trotz eines Kreuzbandrisses noch die Übung am Pauschenpferd absolvierte, die Beach-Königinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst oder die sattellose Bahn-Sprinterin Kristina Vogel können jedoch nicht verdecken, dass Deutschland in vielen Sportarten den Anschluss an die Weltspitze verloren hat. Die Schwimmer, die erstmals seit 84 Jahren ohne Olympia-Medaille heimkehren, Fechter und Straßen-Radsportler kamen nicht aufs Treppchen, auch die Leichtathleten enttäuschten mit nur dreimal Edelmetall - darunter das Sensationsgold von Diskuswerfer Christoph Harting, der sich erst bei der Siegerehrung daneben benahm und später dafür entschuldigte.
Zu wenig deutsche Finalteilnahmen
Alarmierend ist vor allem die Tatsache, dass die Zahl der Finalplatzierungen im Vergleich zu 2012 um gut 20 Prozent einbrach - es hapert in der Breite. "Wir brauchen mehr Kandidaten in der Runde der letzten Acht, um zukünftig erfolgreich zu sein", sagte der Sportliche Leiter Dirk Schimmelpfennig. "Die Zahl der Nationen, die in den Medaillenrängen vertreten ist, wird steigen", prognostizierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann: "Es gibt Handlungsbedarf." Die leidige Frage der Förderung und der richtigen Strukturen für einen erfolgreichen Leistungssport werden zwischen DOSB, Verbänden und Innenministerium spätestens Anfang Oktober kontrovers diskutiert werden. Krisen-Sportarten wie Schwimmen oder Fechten könnten dramatische Einbußen bei der Förderung erfahren.
- Teil 1: Viele Probleme bei Premiere in Südamerika
- Teil 2: Kritik und viele offene Fragen
Stand: 21.08.16 19:31 Uhr
Medaillenspiegel
Platz | Land | G | S | B |
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1. |
|
46 | 37 | 38 |
2. |
|
27 | 23 | 17 |
3. |
|
26 | 18 | 26 |
4. |
|
19 | 17 | 20 |
5. |
|
17 | 10 | 15 |
6. |
|
12 | 8 | 21 |
7. |
|
10 | 18 | 14 |
8. |
|
9 | 3 | 9 |
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